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Mehrsprachig in den Außenhandel

Mehrsprachig in den Außenhandel

Die Fachschule Wirtschaft der Theobald-Simon-Schule Bitburg bietet in diesem Schuljahr erstmalig eine Weiterbildung zum staatlich geprüften Betriebswirt für "Betriebswirtschaft und Unternehmensmanagement im Schwerpunkt Außenwirtschaft und Fremdsprachen" an. Der erfolgreiche Abschluss soll es den Absolventen ermöglichen, leitende Aufgaben in der mittleren Führungsebene zu übernehmen.

Bitburg. (uhe) "Obwohl wir in Grenznähe liegen, haben wir viele Absolventen, die keinerlei Französischkenntnisse haben", sagt Dorothea Herz, pädagogische Leiterin der Theobald-Simon-Schule (TSS) Bitburg und zudem auch Leiterin der in der TSS integrierten Fachschule Wirtschaft. Um die Sprachsituation zu ändern, bietet die Fachschule Wirtschaft deshalb in diesem Schuljahr zum ersten Mal eine Weiterbildung zum staatlich geprüften Betriebswirt für "Betriebswirtschaft und Unternehmensmanagement im Schwerpunkt Außenwirtschaft und Fremdsprachen" an. Besonderheit dieses Angebots ist, dass neben Englisch auch Französisch Teil der vierjährigen Ausbildung ist. Allerdings seien für Französisch - im Gegensatz zu Englisch - keine Sprachkenntnisse im Vorfeld erforderlich, stellt Dorothea Herz klar und reagiert damit auf die Bedenken einiger Wirtschaftsvertreter, die auf Einladung der TSS zu einer Präsentation in das Schulungs center der Bitburger Brauerei gekommen sind.

Zwar sind von den 45 eingeladenen Exportunternehmen der Region nur vergleichsweise wenig Repräsentanten erschienen, doch dafür begrüßen diese umso mehr das neue Angebot, das die Absolventen dazu befähigen soll, leitende Funktionen in der mittleren Führungsebene zu übernehmen. Bislang war in Bitburg nämlich nur eine zweijährige Ausbildung zum staatlich geprüften Betriebsfachwirt möglich. Wer auch die Prüfung zum Betriebswirt ablegen wollte, musste dafür die Berufsbildende Schule in Trier besuchen. Mit dem vierjährigen Modulangebot wolle Bitburg aber nicht nur ein Ersatz zu Trier sein, erklärt die Schulleiterin, sondern mithilfe des Fremdsprachenschwerpunkts auch eine eigene "Besonderheit" bieten.

Profitieren sollen die Absolventen von den erlernten Sprachkenntnissen dann vor allen auf dem Geschäftsfeld der Außenwirtschaft, was wiederum den zweiten Schwerpunkt des Unterrichts bildet.

Das Angebot steht. Was jetzt nur noch fehle, sei die Bereitschaft der Betriebe, dieses auch zu nutzen, sagt Herz. Und hier gebe es noch erheblichen Nachholbedarf: "Wir haben leider viele Absolventen, die von ihren Betrieben gar nicht unterstützt werden", fügt die Schulleiterin hinzu. Diese Erfahrung hat auch Fachschullehrer Ralf Schmidt gemacht. "Es gibt sogar Teilnehmer, die nicht wollen, dass die Betriebe überhaupt davon erfahren", sagt Schmidt. "In meinen Augen ist das unmöglich, aber es ist leider die Realität." Extra Zielgruppe und Voraussetzungen: Das Weiterbildungsangebot "Betriebswirtschaft und Unternehmensmanagement mit Schwerpunkt Außenwirtschaft und Fremdsprachen" setzt einen qualifizierten Sekundarabschluss I oder gleichwertig anerkannten Abschluss, dazu eine abgeschlossene kaufmännische Berufsausbildung sowie mindestens zwei Jahre Berufspraxis bei Meldung zur Abschlussprüfung voraus. Der Unterricht setzt sich aus vier Modulen zusammen, die jeweils auf ein Jahr angelegt sind. Unterrichtet wird an ein bis zwei Abenden pro Woche sowie an den Samstagvormittagen. Weitere Infos zum Unterrichtsaufbau und dem Lehrangebot im Allgemeinen gibt es im Internet unter www.tssbit.de