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"Mein Herz schlägt für die Wildnis"

"Mein Herz schlägt für die Wildnis"

Auf sechs Kontinenten ist er zweieinhalb Jahre lang durch die Wildnis gestreift, immer auf der Suche nach dem perfekten Motiv: Seine Aufnahmen zeigt der Naturfotograf Markus Mauthe am Samstagabend, 16. August, in einer Multimedia-Reportage in Daun. Dem TV hat er vorab erzählt, was "Naturschutz mit der Kamera" für ihn bedeutet.

Er kämpfte sich durch den Tropenwald, lernte Tauchen, fror bei Minusgraden in der Arktis und erklomm bis zu 6000 Meter hohe Pässe im Himalaya: Jetzt kommt der Fotograf und Naturschützer Markus Mauthe nach Daun. Im Gepäck hat er nicht nur viele eindrucksvolle Fotos, sondern er bringt auch zahlreiche Anekdoten und Geschichten von seinen Expeditionen mit.Kai Arend komponiert die Musik


Für seine Multimedia-Reportage "Naturwunder Erde" war er zweieinhalb Jahre lang im Auftrag der Umweltschutzorganisation Greenpeace in der ganzen Welt unterwegs. Seit November hat er die Multimediaschau - sie wird untermalt durch eigens für die Bilder komponierte Musikpassagen von Kai Arend - bereits mehr als 100 Mal gezeigt, bis Ende 2016 sollen es an die 400 Abende werden. Im TV-Interview spricht Mauthe darüber, was die Zuschauer erwartet und was er mit seiner Arbeit erreichen will.
Sie haben fast die ganze Welt bereist, jetzt kommen Sie in die Eifel. Worauf freuen Sie sich?
Markus Mauthe: Von der Eifel selbst habe ich noch nicht so viel gesehen und in Daun bin ich das erste Mal. Was mich sehr freut, ist, dass die Verantwortlichen der Dauner Fototage die Show mit so viel Enthusiasmus und Herzblut organisieren.
Was ist das Konzept der Show?
Mauthe: Ich will nicht nur verschiedene Lebensräume vorstellen, sondern auch, was sie miteinander verbindet, und den Menschen das große Ganze zeigen.
Was möchten Sie den Menschen mitgeben?
Mauthe: Ich möchte ihnen die Schönheit unserer Erde zeigen, aber auch, wie fragil alles ist. Und dass wir darüber nachdenken müssen, wie wir sie erhalten können. Mit Bildern kann man die Menschen emotional berühren. Die Kraft guter Fotografie und packend erzählter Geschichten ist immens. Ich will versuchen, bei so vielen Leuten wie möglich die Begeisterung für die Natur wieder zu erwecken.
Warum sind Sie Naturfotograf?
Mauthe: Meine Eltern haben mich von Anfang an nah an die Natur herangebracht und weg vom Fernseher. Der Grundstein wurde also schon in meiner Kindheit gelegt. Ich stamme aus einer Fotografenfamilie und schon als Jugendlicher hat mich das Fernweh gepackt. Ich werde das wohl machen, bis ich umfalle.
Warum ist Ihnen die Zusammenarbeit mit Greenpeace so wichtig?
Mauthe: Die Regenbogenkrieger haben mich seit meiner Kindheit fasziniert. Seit mehr als zehn Jahren haben meine Vorträge einen ökologischen Unterbau. Es geht darum, sich gegen die negativen Entwicklungen einzusetzen.
Zurück zu Ihrer Arbeit als Fotograf: Was lag Ihnen für dieses Projekt noch am Herzen?
Mauthe: Mir war klar, dass ich keine Hommage an unseren Planeten fotografisch umsetzen kann, wenn ich das Element Wasser ausspare. Immerhin sind unsere Ozeane die artenreichsten Ökosysteme überhaupt. Also habe ich einen Tauchkurs belegt und eine hochwertige Unterwasserausrüstung gekauft. Das war riskant. Ich hatte zu dem Zeitpunkt keine Ahnung, ob ich in der Lage sein würde, die fotografische Qualität auch unter der Wasseroberfläche umzusetzen.
Sie sind viel unterwegs - ist das eine Art Lebensphilosophie?
Mauthe: Ich führe schon sowas wie ein Nomadenleben. Wenn ich nicht auf Vortragstour bin, fotografiere ich oder bin bei meiner Lebensgefährtin in Brasilien. In Bewegung zu sein ist ein Schwerpunkt meines Lebens, und wenn man das so lange macht, ist die Neugier auch viel zu groß, um einen ganz normalen Alltag zu führen.
Also steckt auch ein Abenteurer in Ihnen?
Mauthe: Ich möchte mich eher als reisenden Fotografen denn als Abenteurer bezeichnen. Wir leben in einer Zeit, in der man sich in fast jeden Winkel der Erde bringen lassen kann und es kaum noch Ecken gibt, an denen keine Cola-Automaten stehen. Die Zeit der großen Entdecker ist vorbei. Es gibt keine weißen Flecken mehr auf der Landkarte. Das waren für mich Abenteurer: Menschen, die unter Einsatz ihres Lebens die Grenzen des Unbekannten verschoben haben.
Was bleibt Ihnen besonders in Erinnerung?
Mauthe: Ich muss nicht immer spannende Dinge erleben. Mein Herz schlägt für die Wildnis. Wenn ich in noch intakter Natur bin, geht es mir gut. Das ist auch der tiefere Sinn meines Berufs. Für mich ist es ein besonderes Erlebnis, wenn ich an Stellen komme, wo ich weiß: Hier sind noch nicht viele Menschen gewesen. Wenn ich zum Beispiel im Norden Amazoniens auf einem Tafelberg stehe und in die Endlosigkeit schaue - das ist für mich das Höchste der Gefühle. Unsere globalisierte Welt ist sehr klein geworden. Aber in einem solchen, seltenen Moment wird die Welt wieder ganz groß.
Mit seiner Multimediaschau "Naturwunder Erde" kommt Markus Mauthe am Samstag, 16. August, auf den Laurentius-Platz an der Leopoldstraße in Daun. Der Vortrag beginnt um 21 Uhr. Der Eintritt ist frei. Bei Regen zieht die Veranstaltung um in die Stadthalle Forum in der Leopoldstraße in Daun.

Weitere Informationen:
markus-mauthe.deExtra

Markus Mauthe, 1969 in Friedrichshafen am Bodensee geboren, hat nach seiner Ausbildung zum Industrie- und Werbefotografen seine Leidenschaft für die Naturfotografie entdeckt. Mauthe versteht sich als Botschafter für den Naturschutz und arbeitet seit 2003 mit Greenpeace zusammen. Nach seinen Multivisionshows "Planet der Wälder" und "Europas wilde Wälder" ist "Naturwunder Erde" der Höhepunkt seiner bisherigen Arbeit. eib