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Meister der edlen Brennkunst: Zum Tod von Bernhard Bares​

Nachruf : Meister und Aushängeschild der edlen Brennkunst: Zum Tod von Bernhard Bares

Geht es um edle Brände, war kaum jemand in der Eifel derart bekannt und versiert, wie Bernhard Bares. Jetzt ist der Meister der Spirituosen gestorben.

Es gibt im Zusammenhang mit edlen Bränden viele Wörter, mit denen man Bernhard Bares ohne Zweifel beschreiben kann. Meister. Wegbereiter. Aushängeschild. All das war der Mann aus Trimport, der am Dienstag, 6. Dezember, im Alter von 82 Jahren gestorben ist.

Bares‘ Ursprünge lagen in einem kleinen Betrieb mit drei Kühen in Biersdorf. Hier wurde Bares geboren, hier wuchs er auf. "Ich wollte immer ein Leben in der Landwirtschaft führen und selbstständig sein", erzählte er vor etwa zehn Jahren in einem Gespräch mit dem TV. Als er 1969 auf einen größeren Hof nach Teitelbach umsiedelte, übernahm er auch das Brennrecht dieses Hofes.

Bernhard Bares: Der Schnapsbrenner aus der Eifel

Die Brennerei sollte fortan zu dem werden, was ihn eifelweit bekannt machte – und wofür er geschätzt und respektiert wurde. Und das, obwohl Bares anfangs wenig von der Brennerei – die damals nur Nebenerwerb war – verstand. „Wenn ich etwas mache, will ich es richtig machen. Also habe ich Seminare und Lehrgänge besucht und Literatur gewälzt, um die Kunst des Schnapsbrennens zu beherrschen“, sagte er später unserer Zeitung.

Und richtig hat er es gemacht. 1981 wurde er Vorsitzender des Verbands der Rheinischen und Saarländischen Klein- und Obstbrenner, 1991 gründete er den Verein Eifel-Premium-Brand. Bis in das aktuelle Jahr war er Vorsitzender des Vereines. Er bot Seminare an, vertrat die Eifel-Premium-Brände auf den größten Nahrungsmittelmessen der Welt (wie der Grünen Woche in Berlin), fand seinen Platz in der Gourmetzeitschrift „Feinschmecker“. Er traf Persönlichkeiten wie den damaligen Bundespräsidenten Johannes Rau oder die ehemalige Bundeskanzlerin Angela Merkel.

Bernhard Bares überreicht dem damaligen Bundespräsidenten Johannes Rau auf der Grünen Woche in Berlin ein Flasche „Eifel Premium Brand“ (Schlehe).
Bernhard Bares überreicht dem damaligen Bundespräsidenten Johannes Rau auf der Grünen Woche in Berlin ein Flasche „Eifel Premium Brand“ (Schlehe). Foto: TV

Auch welchen Brand er am liebsten genoss, erklärte er einst dem TV: Mirabelle, Williams und Schlehe. „Auch Himbeergeist mag ich sehr“, sagte er, „nur Himbeeren schaffen es, dass der Geist intensiver schmeckt und riecht als der Brand." Bares‘ Kollegen aus dem Verein Eifel-Premium-Brand beschreiben es in der Traueranzeige treffend: „Durch seine Ideen, seinen unermüdlichen Einsatz und seine Ausdauer wurde er zum zentralen Gesicht des Vereins.“

Ein Gesicht war er auch politisch – in Trimport und darüber hinaus. Für seine Heimatgemeinde setzte er sich viele Jahre als Ortsbürgermeister und Mitglied im Gemeinderat ein. In seiner Amtszeit als Ortsbürgermeister fand die 1200-Jahr-Feier von Trimport statt, aus der der Hobby- und Bauernmarkt Trimport hervorging. Der CDU-Mann engagierte sich außerdem im Verbandsgemeinderat und im Kreistag.

Sein größtes Anliegen war es jedoch, den Schnaps aus der Eifel aus seinem „Schattendasein“ zu führen. Das hat er geschafft, ohne Zweifel. Für sein ehrenamtliche Engagement bekam Bares bereits 1997 das Bundesverdienstkreuz am Bande.