"Meister der Klassischen Moderne": Ausstellung mit bisher größtem Publikumszuspruch endet in Haus Beda

Bitburg · Das hat selbst die Macher überrascht: Mehr als 2500 Besucher haben die Ausstellung "Meister der Klassischen Moderne", die gestern zu Ende ging, zu einem Erfolg gemacht. Es ist die Schau mit dem bisher größten Publikumszuspruch in Haus Beda.

Bitburg. Zur Zeit des Nationalsozialismus galten ihre Gemälde als "entartet". Künstler, die heute zur "Klassischen Moderne" zählen, waren bahnbrechend und haben mit ihrer unbändigen Kreativität schließlich Kunstgeschichte geschrieben. Ein gutes Stück dieser Geschichte war bis gestern im Haus Beda zu sehen - in einer Ausstellung mit Gemälden von Alexej von Jawlensky (1864 bis 1941), Emil Nolde (1867 bis 1956) und Lyonel Feininger (1871 bis 1956). Diese Schau hat alle Besucherrekorde im Haus Beda gebrochenNeuer Weg mit neuer Galerie


Zum dritten Mal hat Initiator Michael Dietzsch, Vorsitzender der Dr.-Hanns-Simon-Stiftung, in Zusammenarbeit mit der Galerie Schwarzer moderne Kunst in die Eifel gebracht - und dabei die Erfolge der beiden bisherigen Kooperationen nochmals überboten. 2008 war die Premiere mit Werken von Picasso, Chagall, Dix & Co. Ziel von Dietzsch war es damals, Haus Beda über den Eifelmaler Fritz von Wille hinaus, den die Kulturstätte in einer Dauerausstellung würdigt, für moderne Kunst zu öffnen. Die Ausstellung war mit mehr als 1800 Besuchern bahnbrechend. Es folgte die zweite Auflage 2009 mit Kunst von Beuys bis Warhol. Wieder rund 1500 Gäste. Damals war die neue Galerie, in die die Dr.-Hanns-Simon-Stiftung rund 250 000 Euro investiert hat, gerade eröffnet. Vergangenes Jahr wurde für rund 500 000 Euro der Skulpturengarten angelegt. Inzwischen gab es 14 moderne Ausstellungen. "Aber diese Schau nun ist einfach etwas ganz Besonderes", sagt Dietzsch und erklärt: "Für einen solchen Überblick über das Schaffen dieser drei Maler muss man sonst quer durch ganz Deutschland reisen."
So kamen die Besucher - mehr als 2500 waren es bis einschließlich gestern Abend - auch nicht nur aus der Eifel oder Trier und Luxemburg. Sondern auch aus Düsseldorf, Köln oder aber den Niederlanden sind Kunstfreunde für diese Schau nach Bitburg gereist. Für Dietzsch ist das auch eine Bestätigung, den eingeschlagenen Weg fortzusetzen. Zum Vergleich: Die Galerie Altes Rathaus in Wittlich zählt über das komplette Jahr rund 1500 Besucher.
2012 gab es in Haus Beda acht Ausstellungen, 32 Konzerte, 21 Lesungen und Theaterstücke, 27 Versammlungen und sechs Bälle. Mehr als eine Million Euro investiert die Stiftung Jahr für Jahr in den Betrieb von Haus Beda.
Nächster Termin: Am Sonntag, 1. Dezember, 11 Uhr, eröffnet die Jahresausstellung des Kunstkreises Beda mit Werken hiesiger Künstler.Extra

Michael Dietzsch (72), Vorsitzender der Dr.-Hanns-Simon-Stiftung, die das Haus Beda betreibt und die Ausstellung "Meister der Klassischen Moderne" mit der Galerie Schwarzer in Düsseldorf auf die Beine gestellt hat:
In einer solchen Ausstellung steckt eine Menge Arbeit. Was macht Ihnen dabei Freude?
Dietzsch: Es macht Spaß, so was auszuhecken. Für mich ist es die größte Freude, wenn die Besucher das Angebot annehmen und daran Freude haben. Bei dieser Ausstellung hat mich besonders gefreut, dass viele Schulen hier waren. Die Resonanz ist enorm gewesen.

Da haben einige Millionen Euro an den Wänden gehangen. Haben Sie noch ruhig geschlafen?
Dietzsch: Wir hatten natürlich Sicherheitskräfte, Kameraüberwachung und all das, was vorgeschrieben ist. Aber es gab tatsächlich mal einen Schreckmoment für mich. Da bin ich in die Galerie und ein Nolde fehlte. Da pulsiert das Blut schon schneller - bis mir eingefallen ist, dass dieses Gemälde aus einer privaten Sammlung wie vereinbart früher zurückging.

Haus Beda bietet eine große Bandbreite an Kunst. Ist das einfach Beliebigkeit oder ist das Konzept?
Dietzsch: Mir ist Vielseitigkeit wichtig. Wir wollen die Menschen mit verschiedenen Richtungen ansprechen und für Kunst interessieren. Und mir ist es ein Anliegen, dass auch hiesige Künstler, wie etwa der Kunstkreis Beda, in der Galerie eine Plattform finden. scho