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Melkstand statt Mathematik, Kühe statt Kunst

Melkstand statt Mathematik, Kühe statt Kunst

Füttern und melken, Diskussionen zu Maschinen und Milchpreis: Die Klasse 6a der Grund- und Hauptschule Mettendorf erkundete am Dienstag den Betrieb von Elmar Mettel in Mettendorf im Rahmen des Projekts "Lernort Bauernhof".

Mettendorf. (BP) "Wer stinkt mehr: Bullen oder Kühe?" war eine der Fragen der Mettendorfer Schüler. Landwirt Elmar Mettel wusste darauf keine Antwort, ansonsten konnte er den Schülerinnen und Schülern alle Detailfragen rund um seinen Milchbetrieb erläutern. 75 Tiere hat er auf seinem Hof, bewirtschaftet zudem 90 Hektar Land. Mettel hat sich auf Milchvieh-Haltung spezialisiert, deswegen ist sein Betrieb auch einer der 40 Partner der Aktion "Lernort Bauernhof" der Milch Union Hocheifel, Partner des TV-KLASSE!-Projekts.

Rund 60 Klassen erkundeten im Rahmen von "Lernort Bauernhof" bislang Betriebe und erfuhren, wie viel Arbeit erledigt werden muss, bis die Milch später auch im Regal des Supermarkts steht. "Wir wollen den Schülern das Thema Landwirtschaft vermitteln. Viele Kinder - vor allem aus Städten - sehen einen Hof zum ersten Mal", sagt Wolfgang Rommel, Marketingleiter der Muh. In Kombination zu "Lernort Bauernhof" können die älteren Schüler zudem auch die Produktionsstätte der Muh in Pronsfeld besichtigen.

Für die Mettendorfer Schüler war der Besuch bei Mettels hingegen ein echtes "Heimspiel". Sie hatten sich nicht nur im Unterricht intensiv auf die Exkursion vorbereitet, sondern wussten auch so schon viel über die Abläufe in landwirtschaftlichen Betrieben. So kam es, dass Bauer Mettel sehr viel Insiderwissen an den Tag legen musste, als er die Kälber, den Stall, die Fütterung und schließlich den Melkstand zeigte und erläuterte. Besonders die Jungs waren zudem an den Traktoren und landwirtschaftlichen Maschinen interessiert.

10 000 Liter Milch geben Mettels Kühe im Durchschnitt pro Jahr. Seine "Top-Kuh" bringt es auf 65 Liter täglich - logisch, dass bei diesen Zahlen nicht mehr mit der Hand, sondern Maschinen gemolken wird. Um 6.15 Uhr ist dennoch die Nacht zu Ende, denn von 6.30 Uhr bis 8 Uhr sowie abends von 18.30 bis 20 Uhr stehen täglich die festen Melkzeiten auf dem Programm. Alle zwei Tage kommt dann der LKW der Muh, um die Milch abzuholen. "Vor jeder Fahrt wird eine Probe genommen, um die Qualität sicherzustellen", sagt Mettel.

In der Frühstückspause mit Kuchen und Milchgetränken war auch der Milchpreis ein Thema. "Letztes Jahr war er sehr gut, momentan sieht es hingegen sehr schlecht aus", betonte Mettel. Wolfgang Rommel erläuterte den Schülern dann, wie es zu diesen Schwankungen kommt und dass der Milchpreis eine gesamt-europäische Angelegenheit ist. Das Fazit der Schüler: Es hat sich gelohnt, die Schulbank für einen Tag gegen den "Lernort Bauernhof" zu tauschen.