Melodiöse Eifelstraßen

PRÜM. (sn) Der Hamburger Rainer Janneck fährt mit dem Motorrad an der Grenze entlang rund um Deutschland. Dabei führte ihn seine Reise auch nach Prüm. Seine Reise-Erfahrungen will er in einem Buch veröffentlichen.

"In der Eifel kann man wieder mit Vertrauen in die Kurven fahren, ohne dass einen am Ende ein Schlagloch erwartet", sagt Rainer Janneck. Der Diplom-Medienberater ist seit sieben Wochen mit dem Motorrad entlang der deutschen Grenze unterwegs. Insgesamt drei Monate soll seine Tour dauern, "bis ich wieder in dem Café sitze, in dem ich losgefahren bin und einen Kaffee trinke". Wenn er zurück ist, will er seine Erfahrungen aufschreiben - aber nicht in Form eines Reiseführers, sondern mehr als "Reiseschwärmereien". Einen Verlag in Euskirchen gibt es auch schon, der die Geschichten, die der 42-Jährige erlebt, druckt. Der in Hamburg lebende "Medien-Manager" ist mit seiner 150 PS starken Honda seit Mitte Juni unterwegs. Geschlafen und gegessen wird in Jugendherbergen, die an der Strecke liegen. Während ihn in Hamburg und Berlin das Flachland langweilte, sah er in Sachsen den Wald vor lauter Bäumen nicht. "Brandenburg ist so leer, wie es sonst nirgendwo in Deutschland ist", sagt er. Zu Polen und Tschechien gebe es noch richtige Grenzen. In Bayern registriert der Autor spürbar steigenden Wohlstand. In den Alpen gebe es einen ganz eigenen Schlag Menschen. In Österreich erklomm er steile Berge. Die er allerdings nur schön findet, wenn er oben ist. "Meistens hat man aber im Tal die Bergwand vor Augen", sagt er. Die Eifel sei da schon melodiöser. "Ich war froh, als es wieder hügeliger wurde", sagt er. In der waldigen Eifel fühle er sich wohl und schon fast wie zu Hause, sagt der gebürtige Nordrhein-Westfale. Besonders beeindruckt habe ihn die Stadt Prüm. Die Jugendherberge sei die komfortabelste und luxuriöseste, die er auf seiner Fahrt kennen gelernt habe. "Wer in die Eifel will, muss hier hin", sagt er begeistert. Außerdem habe man ihm in der Stadt in zwei Geschäften sehr freundlich und in kürzester Zeit bei zwei Problemen weitergeholfen. "Das kenne ich so nicht", sagt er beeindruckt von Service und Freundlichkeit. Die nächsten zwei Tage will er die Grenze zu Belgien und Luxemburg überfahren, bevor er sich auf die Reise in Richtung Norden macht. Danach wird er schwärmen, schreiben, und die vom Motorrad-Fahren müden Knochen ausruhen.