Menschen im Verein
Neuerburg/Irrel · Eigentlich sollte er nur für ein halbes Jahr als Gastdirigent in Neuerburg sein. Nun leitet Daniel Heuschen schon 20 Jahre den Musikverein Neuerburg, mit dem er 1994 den Meistertitel auf dem Deutschen Musikfest erspielte.
"Ich bleibe meinen Vereinen treu", sagt der 46-Jährige. So leitet er den Musikverein Lyra in Irrel seit 17 Jahren und "Harmonie Municipale Echternach" seit elf Jahren. Die Musik bestimmt sein Leben. Schon mit sieben Jahren spielte er Klarinette in einem Blasorchester. Mit 16 Jahren schwang er bei verschiedenen Ensembles den Taktstock. Auch sein Vater ist Dirigent und Musiker. "Ich hatte immer gute Professoren und Lehrer, aber mein Vater war der strengste. Trotz seiner musikalischen Erfolge sollte Heuschen einen "richtigen" Beruf erlernen. Er studierte Elektronik und finanzierte sich mit Musik. Doch dann beschloss er, im Konservatorium in Maastricht einen Abschluss in Orchesterleitung zu machen. Seitdem nimmt er an zahlreichen internationalen Wettbewerben mit Erfolg teil. "Ich war schon als Kind fasziniert von den großen Blasorchester-Ensembles, die mit 140 Mitgliedern spielen", erinnert sich Heuschen, der seinen Vater auf vielen Wettbewerben begleitete. Auch nach Kerkrade in den Niederlanden, wo jährlich die Weltmeisterschaft für Blasorchester stattfindet. Heute arbeitet er als Musiklehrer und Dirigent. "Ich suche ständig nach unbekannter Musik, die interessant ist", sagt Heuschen. Er ist bekannt für sein umfangreiches Repertoire an unbekannter Solo- und Orchesterliteratur. 2010 übernahm er das international bedeutende Klarinetten-Archiv von Dieter Klöcker aus Freiburg. "Der Dirigent sollte seine Musiker im Griff haben. Er bestimmt Charakter, Rhythmus und Intonation einer Musik."beba