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Menschen mit Behinderung in der Region sollen konsequent geschützt werden

Corona-Krise : Menschen mit Behinderung in der Region sollen konsequent geschützt werden

Auch bei den Lebenshilfen und Westeifel Werken führt die Corona-Krise zu drastischen Einschränkungen. Sämtliche Tageseinrichtungen sind seit längerem geschlossen, in den Wohnheimen herrscht striktes Zutrittsverbot.

„Wir bewerten als ehrenamtliche Funktionsträger jederzeit mit unseren hauptamtlichen Mitarbeitern und deren Geschäftsführung, wie hoch die Verantwortung für die uns anvertrauten Menschen sein muss“, sagt Hans-Joachim Kurth.

Entsprechend gut seien die Lebenshilfen Bitburg, Prüm und Daun sowie die dazu gehörenden Westeifel Werke deshalb auch auf die Situation vorbereitet. Kurth selbst ist Vorsitzender der Lebenshilfe Bitburg.

Und Kurth ist froh, dass bislang in keiner der Einrichtungen im Lebenshilfe-Verbund der beiden benachbarten Landkreise ein Corona-Fall aufgetreten ist. „Das hängt sicherlich auch damit zusammen, dass unsere hochqualifizierten Mitarbeiter für eine konsequente Abschottung sorgen“, sagt Kurth.

So seien die Werkstätten bereits frühzeitig –  zunächst für gefährdete Mitarbeiter und Bewohner der Lebenshilfe-Wohnheime und dann schließlich für alle Mitarbeiter –  geschlossen worden. Darüber hinaus herrsche in den Wohnheimen bereits seit 19. März ein striktes Zutrittsverbot.

„Das ist für die Angehörigen der behinderten Menschen nicht immer einfach, räumt der Vorsitzende der Bitburger Lebenshilfe ein. „Es wird aber durchgehend akzeptiert.“ Überhaupt hätten die Angehörigen viel Verständnis für die in den Einrichtungen getroffenen Maßnahmen, fügt er hinzu. „Wir haben auch ein Sorgentelefon eingerichtet, über das sich die Angehörigen jederzeit an uns wenden können“, sagt Hans-Joachim Kurth.

Durch die Schließung der Westeifel Werke fehlt vielen der von der Lebenshilfe betreuten Menschen die tägliche Beschäftigung. Gleichzeitig steigt auch der Betreuungsaufwand in den Wohnheimen, da die Menschen nun die ganze Zeit dort verbringen.

 Um das zu kompensieren, würden die durch die Schließung der Werkstätten freiwerdenden Mitarbeiter in den Wohnheimen eingesetzt, erklärt der Vorsitzende. Damit würden die Betreuer in den Wohnheimen entlastet und gleichzeitig auch für Beschäftigung der Bewohner gesorgt.

Zu den ebenfalls von den Lebenshilfen betriebenen Einrichtungen gehören auch die Integrativen Kindertagesstätten, wie beispielsweise die in Bitburg. Diese wurde ebenfalls auf Erlass des Ministeriums Mitte März geschlossen. Wie bei anderen Kindertagesstätten gibt es auch bei der Integrativen Kindertagesstätte  in Bitburg eine Notbetreuung.

„Hier können Angehörige von systemrelevanten Berufsgruppen eine Notbetreuung für ihr Kind anfragen und erhalten“, sagt Hans-Joachim Kurth. Bislang jedoch sei ein solcher Fall noch nicht eingetreten.

 Was dem Vorsitzenden der Lebenshilfe Bitburg angesichts der damit verbundenen Risiken auch ganz recht ist: „Wir bitten alle Angehörigen sorgfältig mit diesem Angebot umzugehen und wenn möglich die Kinder im privatem Umfeld zu betreuen, um die Ansteckungsgefahr auszuschließen.“