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Merian-Chefredakteur spricht über das neue Heft und die Eifel

Auf ein Wort Hansjörg Falz : „Lesern Lust auf eine Reise in die Eifel machen“

Der Chefredakteur des Merian Eifel über die Ausgabe, die Herausforderung in der Pandemie und die Rolle der Brauerei.

Nach all den Jahren nun wieder ein Merian Eifel: Wie kam es dazu?

Hansjörg Falz, Merian-Chefredakteur: Ehrlicherweise eher zufällig. Bei der Präsentation der Merian-Ausgabe Trier in der Stadtbibliothek 2019 lernte ich Frau Thielen, Leiterin der Unternehmenskommunikation der Bitburger Braugruppe, kennen. Und beim alkoholfreien Bier fanden wir die Idee, einen Merian Eifel neu herzustellen, gleichermaßen spannend. Ein Merian-Heft möglich zu machen, ist kein Sprint, sondern ein Marathon, deswegen ist es erst jetzt so weit

Wie treffen Sie die Auswahl der Eifelorte. Welche Rolle spielt die letzte Ausgabe?

Falz: Die erste und bisher einzige Ausgabe über die Eifel ist aus dem Jahr 1954, die haben wir natürlich gecheckt. Aber wir wollen schon die Gegenwart abbilden, wir wollen unsere  Leserinnen und Leser  – laut Awa sind das pro Ausgabe 730 000 – inspirieren und ihnen mit dem Heft, also den Texten und Bildern, Lust auf eine Reise in Eifel machen. Wir wollen die Region so vorstellen, dass sogar die, die noch nie da waren, verstehen: Das ist die Eifel. Ein Land der Vulkane, der großartigen Natur, mit fantastischen Wander- und Radstrecken für einen Kurzurlaub. Mit lokalen kulinarischen Spezialitäten. Wir haben Menschen besucht, bekannte wie Peter Wohlleben und Andreas Kieling und den Hopfenbauer Andreas Dick, uns allen vertraut aus Film und Funk, aber auch – ich sage mal - normale Personen, die in der Eifel leben wie der Krimi-Autor Ralf Kramp. Das Thema Krimi ist ein eigenes Kapitel im Heft.

 Exklusive Fotos gehören zur „DNA“ der Marke Merian, sagen Sie. Wie schaffen sie diese Exklusivität? „Merian und die Lust am Reisen“ – was bedeutet das in der Pandemie?

Falz: Ich denke, dass unsere Vor-Vorgänger in der Redaktion noch weitaus kompliziertere Arbeitsbedingungen hatten als wir jetzt. 1948, als Merian gegründet wurde, gab es kaum eine funktionstüchtige Druckerei, es fehlte an Papier, die Alliierten kontrollierten den Alltag, kaum ein Mensch ging aus seinem Sektor auf Reisen, schon gar nicht zum Vergnügen und in der Freizeit, in welcher auch? Merian begann als Monographienreihe über den Nachkriegszustand deutscher Städte und Regionen. Über die Jahrzehnte hat sich das Magazin zu der Marke entwickelt, die sie jetzt ist: die führende, monothematische deutsche Reise- und Kulturzeitschrift für Individualreisende. Daher setzen wir auf Qualitätsjournalismus, lassen Schriftsteller für uns schreiben, die besten Fotografen für uns arbeiten.

Für uns ist die aktuelle Situation natürlich nicht hilfreich: Wir leben davon, dass unser Team vor Ort recherchiert und schreibt. Wir planen  die Themen eines Jahrgangs ein Jahr im Voraus: Das geht jetzt nicht. Wir setzen auf das, was uns  auszeichnet und machbar ist: Hefte über deutsche Städte und Regionen. Von der Eifel-Ausgabe haben wir 60 000 Hefte gedruckt.