Michael Billen ist ein Sinnbild für eigenständige politische Postionen

MEINUNG : Große Bühne für die Abschiedsnachricht

Parteipolitisch bedeutender hätte Michael Billen den Rahmen für die Verkündigung der Aufgabe seines Landtagsmandats nach 24 Jahren kaum wählen können. Mit der Präsenz der CDU-Bundesvorsitzenden und Verteidigungsministerin, Annegret Kramp-Karrenbauer, beim Neujahrsempfang ihrer Partei in Bitburg adelte er auch seinen Abschied.

Genau diese Platzierung macht die Sache aber auch zu einem „echten Billen“. Denn er hatte und hat ein Gespür für den richtigen Moment zum Reden, zum Schweigen, aber auch für den großen Auftritt.

Der Instinkt-Politiker Billen hat sich in den vergangenen 24 Jahren im Landtag nicht verbiegen lassen. Er hat sich durchgebissen, wenn es richtig eng wurde, wie 2009, als er sich illegal interne Polizei-Informationen über Nürburgring-Geschäftspartner beschafft hat, wofür er 2013 zu einer ­Geldstrafe verurteilt wurde. 2016 musste er mit dem überraschenden Verlust seines Direktmandats bei der Landtagswahl eine herbe Niederlage verkraften. Seitdem war zu erwarten, dass die laufende Billens letzte Legislaturperiode im Mainzer Landtag sein würde. Es war eher eine Frage, wann er sich zurückziehen würde.

Nun ist die Katze aus dem Sack. Und schon jetzt steht fest, dass Billen das Sinnbild eines Eifeler Politikers ist und bleiben wird: bis zur Schmerzgrenze eigensinnig, aber ebenso eigenständig und standhaft. Viele – nicht nur in der Eifel – werden diesen ehrlichen, bodenständigen Mitstreiter in der Mainzer Landespolitik vermissen.


l.ross@volksfreund.de