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Milder Winter: Trotzdem ist die Masterstraßenmeisterei Bitburg gut vorbereitet

Milder Winter: Trotzdem ist die Masterstraßenmeisterei Bitburg gut vorbereitet

Kommen Schnee, Glätte und Blitzeis, sind auch die Straßenmeisterein zur Stelle. Ihr Einsatzzahlen waren dieses Jahr allerdings weit unter Durchschnitt – ebenso der Verbrauch von Streusalz.

Um sicher durch den Winter zu kommen, sind gute Autoreifen und angepasste Geschwindigkeit unerlässlich. Und auch die Mitarbeiter des Winterdienstes tragen dazu bei, dass die Straßen bei Schnee und Eis sicher sind.
Dabei orientieren sie sich an Glättemeldeanlagen: Die gibt es an drei Stellen im Bezirk der Masterstraßenmeisterei Bitburg: Steinborn, Oberpierscheid und Irrel. "Diese Standorte wurden ausgewählt, weil sie repräsentativ für die Wetterverhältnisse der Region sind", sagt Reinhold Schneider, Leiter der Meisterei. "Wenn an diesen Orten die Gefahr auf Glätte besteht, wissen wir, dass es Zeit wird, zu streuen."

Die Anlagen arbeiten mit zwei Sonden. Die passive Sonde misst Fahrbahntemperatur, Wasserfilmhöhe und den Salzfaktor, also den Restsalzgehalt auf der Straße. "Der Salzfaktor beeinflusst maßgeblich den Gefrierpunkt", sagt Schneider. "Ist noch viel Salz auf der Straße, sinkt auch die Gefahr von Glätte." Aber auch die Luft-und Fahrbahntemperatur sind entscheidend. Sinken diese Werte und ist kein Salz mehr auf der Straße, muss gestreut werden. Die zweite, aktive Sonde gibt Auskunft darüber, bei welcher Fahrbahntemperatur Glätte entsteht. Denn nicht jede Straße wird bei der gleichen Temperatur glatt: "Das Einsatzgebiet der Straßenmeisterei Kyllburg ist höher gelegen als Bitburg. Daher gibt es dort eher Schnee und Glätte, und wir müssen früher streuen", sagt Schneider.

Ein weiterer Wert, den die Sonde erfasst, ist die Fahrbahntemperatur in einer Tiefe von fünf, zehn und 30 Zentimetern. Dieser Wert war besonders in der Nacht vom 22. Januar ausschlaggebend: Da war Eisregen gemeldet, die Gefahr von Glatteis also sehr hoch. Schneider über die bisher "schlimmste" Nacht des Winters: "Weil es in den Wochen zuvor sehr kalt war, war der Fahrbahnunterbau auch in der Tiefe gefroren. Bei steigenden Lufttemperaturen und gleichzeitigem Regen steigt diese Kälte nach oben, kühlt so die Fahrbahn ab, und es wird wiederholt glatt." Bereits Freitagnachmittag habe der Winterdienst mit dem sogenannten "Präventivstreuen" begonnen. "Wir sind noch vier Mal ausgerückt und dann die ganze Nacht durchgefahren, bis die Straßen frei waren", ergänzt Schneider.

Doch der Winterdienst verlässt sich nicht nur auf seine Meldeanlagen, auch das Straßenwetterinformationssystem ist eine wichtige Informationsquelle. Es gibt Auskunft über aktuelle Wetterlagen und macht detaillierte regionale Vorhersagen. Alle drei Stunden werden diese Werte, wie Niederschlagsmenge und Lufttemperatur, aktualisiert. Aber Schneider verlässt sich nicht nur auf die moderne Technik: "Auch Wetterbeobachtungen und Erfahrungswerte sind wichtig, um zu erkennen, wann wir wo streuen müssen."

Die Meisterei Bitburg verwendet sogenanntes Feuchtsalz. Es besteht zu 70 Prozent aus Trockensalz und 30 Prozent aus Sole (wässrige Salzlösung). Kurz vor dem Auftreffen auf den Streuteller, eine Drehscheibe am hinteren Teil des Wagens, kommen die Komponenten zusammen und werden dann verteilt. Vorteile: höhere Tauwirkung und besseres Haften auf der Straße.
In diesem Winter wurden bisher 2900 Tonnen Salz verstreut: von der Meisterei Bitburg 950 Tonnen, von der Meisterei Irrel 850 und von der Meisterei Kyllburg 1100 Tonnen. In den Lagern der Masterstraßenmeisterei befinden sich insgesamt 6000 Tonnen Salz.

Dieser Winter war laut Schneider bisher ein verhältnismäßig milder. "Wir sind weit unter dem Durchschnitt - sowohl, was die Einsätze angeht, als auch beim Salzverbrauch. Aber man weiß ja nie, was noch kommt."
Und auch im Sommer gibt es für den Winterdienst genug Arbeit. Dann werden die Fahrzeuge instandgesetzt, repariert und so für den nächsten Winter wieder einsatzbereit gemacht. EXTRA Zahlen und Fakten

Seit 2008 ist die Straßenmeisterei neu organisiert. Sie nennt sich nun Masterstraßenmeisterei und umfasst die drei Meistereien Bitburg, Irrel und Kyllburg. Insgesamt ist die Masterstraßenmeisterei Bitburg für ein Straßennetz von 930 Kilometern zuständig. Unterwegs sind die Mitarbeiter mit zwölf eigenen und 13 Fremdfahrzeugen, etwa von Bauunternehmen, die den Winterdienst bei der Arbeit unterstützen. Der neue Unimog der Straßenmeisterei Bitburg war erst einmal im Einsatz. Wie andere Räum- und Streufahrzeuge ist er ausgestattet mit Schneeschild und Streuteller. Knapp 200?000 Euro hat er gekostet.