Missbrauchsprozess: Wichtiger Zeuge kommt nicht

Missbrauchsprozess: Wichtiger Zeuge kommt nicht

Der Prozess gegen den wegen 48-fachen Missbrauchs angeklagten Eifeler hätte am Dienstag vor dem Trierer Landgericht zu einem Abschluss kommen können. Doch der letzte wichtige Zeuge kam nicht. Die Verhandlung wurde vertagt.

Trier. Zwei Zeugen will das Gericht noch hören, um ein abschließendes Urteil im Prozess gegen den 50-jährigen Eifeler sprechen zu können. Dieser hatte bereits den Missbrauch in mindestens 48 Fällen an seinen drei, heute 15, zwölf und zehn Jahre alten, Stiefsöhnen zugegeben, den er zwischen 2005 und 2009 begangen haben soll. Damals hatte er mit der Mutter der Opfer und den Jungen in einer Wohnung gelebt.
Seit November 2011 läuft der Prozess gegen den 50-Jährigen. Er soll noch mehr Opfer missbraucht haben. Zwei weitere Opfer und die Mutter eines Jungen belasteten den Angeklagten im Verlauf der Verhandlung (der TV berichtete). Das Gericht prüft deshalb die Aufnahme der alten Fälle in die Anklage. Das könnte das Strafmaß für den Eifeler entscheidend erhöhen. Am Dienstag sollten zwei weitere mutmaßliche Opfer gehört werden.
Ein Zeuge war nach Aussage des Vorsitzenden Richters Al brecht Keimburg im Urlaub, hatte die Vorladung zu spät erhalten. "Der junge Mann wurde nach eigener Aussage mehrfach vom Angeklagten missbraucht und will dazu aussagen", sagt der Richter. Der zweite Zeuge sagt aus, dass er nur einmal bei dem Angeklagten zu Besuch war. "Ich bin mit ihm Roller gefahren." Passiert sei aber nichts.
Erst nach der letzten Zeugenaussage trägt die zuständige Psychologin ihr abschließendes Gutachten vor. Dieses wird ausschlaggebend dafür sein, ob der Angeklagte als so gefährlich angesehen wird, dass er im Anschluss an seine Haftstrafe hinter Gittern bleiben muss, in die sogenannte Sicherungsverwahrung genommen wird. MRA
Nächster Verhandlungstermin ist der 26. Februar.