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Mit dem Mountainbike ins Neuerburger Tal

SPD will Tourismus in der Enzstadt ankurbeln : Mit dem Mountainbike ins Neuerburger Tal

Die SPD Neuerburg möchte den Tourismus ankurbeln. Sie plant neben Strecken für Radfahrer auch eine Panoramabrücke. Der Wald soll bei diesen und anderen Ideen eine besondere Rolle spielen.

Die Stadt Neuerburg liegt ein wenig im Dornröschenschlaf. Und doch hat sie Potenzial. Der Meinung sind auf jeden Fall  Günter Scheiding, Fraktionsvorsitzender der SPD im Neuerburger Stadtrat, und Nico Steinbach, MdL, der als Direktkandidat für die SPD bei der Landtagswahl antritt.

Bei einem Pressegespräch unter Corona-Bedingungen erläutern die beiden ihre Pläne für mehr Attraktivität der Stadt in der Südeifel. Diese sollen auch bei der nächsten Sitzung des Stadtrates eingebracht werden. Das Zauberwort für Steinbach und Scheiding lautet: „Sanfter Tourismus“. Der Trend dazu habe sich in den letzten Jahren, nicht erst seit der Corona-Pandemie, verstärkt.

Dabei haben sie besonders die Mountainbiker im Blick. Diese suchten schmale Wege im Gelände. Damit könne man in Neuerburg dienen. „Die Lage der Hänge ist ideal für Mountainbiker“, ist Günter Scheiding überzeugt. Ihm schweben die Ausweisung von Mountainbike-Strecken und eine Downhill-Mountain-Bike-Strecke vor.

Dafür solle auch ein Sessellift mit einer Aufhängevorrichtung für die Räder ergänzt werden. Dies sei ein Vorteil, mit dem man sich von anderen ähnlichen Parks abheben könne. Alternativ könne man auch über einen Kleinbus-Shuttle-Service nachdenken. Scheiding  möchte dieses Projekt gerne zügig angehen.

Er sieht auch einen Vorteil bei der Förderung von Strecken für Radfahrer, dass diese außerhalb des Ortes parken können und somit die vorhandenen Möglichkeiten in der Stadt nicht überfordern. Wegen Neuerburgs Tallage sei nur begrenzter Parkraum vorhanden.

Wie Nico Steinbach noch anmerkt, hätten ausgewiesene Routen für die Sportler auch den Vorteil, dass diese sich dann weniger andere Wege suchen, bei denen sie Natur zerstören. Neben den Plänen für Mountainbiker haben Scheiding und Steinbach aber auch noch einige andere Vorschläge, die sie dem Stadtrat unterbreiten möchten.

So stellen sie sich den Bau einer Panorama-Brücke vor, ähnlich wie einer in Winterberg im Sauerland, allerdings solle die in Neuerburg kürzer sein. Denkbar sei auch eine Panoramaplattform im Mühlenwald oberhalb vom Stadtpark oder auf der anderen Seite im Bereich der Kanzel. Wichtig sei dabei auch, dass sie barrierefrei zu erreichen sei mit Rollstühlen oder den so genannten Swiss-Tracks, die im Hotel Euvea stationiert sind.

Auch den Gesundheitstourismus möchten Scheiding und Steinbach in Neuerburg fördern. Dabei denken sie an eine Anbindung des anerkannten Luftkurortes an das Gesundheitszentrum mit dem Kneipp-Angebot. Dabei hat Scheiding vor allem das städtische Bornhöfchen unterhalb des Waldfriedhofs im Sinn. Hier kann er sich einen Barfußpfad, ein Wasserbecken unter anderem für Kneipp-Anwendungen vorstellen.

Damit hängt auch der nächste Punkt des Tourismuskonzeptes zusammen, denn das Land ändere gerade das Landeswaldgesetz dahingehend, dass auf Antrag der Waldbesitzenden der Wald zum „Kur- und Heilwald“ erklärt werden kann. Daher möchte die Neuerburger SPD prüfen, ob das in Verbindung mit dem Kneipp-Zentrum auch in Neuerburg möglich ist. „Wir sollten recht bald versuchen, Neuerburg neben Lahnstein als Pilotprojekt des Landes zu etablieren und dafür besondere Fördermöglichkeiten ausschöpfen“, sagt Günter Scheiding.

Der letzte Punkt auf der Liste der Partei ist die Touristinformation, die in ein anderes Gebäude umziehen und damit barrierefrei sein soll.

Jetzt sollten zunächst die politischen Gremien über die Vorhaben informiert werden, um dann die Beschlüsse für eine ausgereifte Planung, Konzeption und Kostenermittlung anzustoßen. Danach gelte es, Fördermöglichkeiten zu prüfen.