Mit dem Suchtsack auf Tour

WILLWERATH. (lk) Drogenprävention ohne erhobenen Zeigefinger: Mit einem Informationsabend im Gemeindehaus Willverath klärten Caritas und Polizei Jugendliche und Eltern über die Gefahren von Drogen auf.

Aus einem "Suchtsack" ziehen die Teilnehmer des Informationsabends Gegenstände, die abhängig machen können. Dabei kommen scheinbar harmlose Dinge wie Handys oder Putzlappen zum Vorschein - aber auch eine Haschpfeife. Die spielerische Einführung in das Thema soll zum einen das Ausmaß des Problematik deutlich machen. Zum anderen wollten die Referenten Markus Zillen, Sozialarbeiter bei der Caritas, und Erwin Schwarz von der Polizeiinspektion Prüm nicht mit dem erhobenen Zeigefinger mahnen, sondern die Besucher des Abends für die Gefahren von Drogen sensibilisieren. Neben Jugendlichen sind Eltern die Adressaten der Veranstaltung, denn oft bleibt für sie ein Suchtverhalten ihrer Kinder unbemerkt. "Legale Drogen gehören zu unserer Gesellschaft und lassen sich nicht abschaffen", sagt Schwarz. Es gelte jedoch, einen verantwortungsbewussten Umgang mit ihnen zu erlernen. Zillen spricht von der Genusskompetenz, die zunehmend verloren gehe. Ursachen für eine Abhängigkeit seien vorwiegend Probleme im Elternhaus und im Freundeskreis. Suchtverhalten sei meist die Folge von Überforderung, Leistungsdruck und Perspektivlosigkeit. Gerade die leichte Beschaffung des Alkohols macht ihn zu einer beliebten Droge für Jugendliche. Eine besondere Gefahr stellen dabei so genannte Alkopops dar, denn die süßen Mixgetränke sind gerade auf den Geschmack junger Menschen abgestimmt. Neben der Sensibilisierung der Gastwirte für dieses Thema macht die Polizei Kontrollen an bestimmten Zeiten stärkeren Alkoholkonsums, zum Beispiel an Karneval. Ein Kampf- und Komatrinken Jugendlicher soll auf diese Weise verhindert werden. Die so genannten "weichen Drogen" Haschisch und Marihuana würden verharmlost und ihre Rolle als Einstiegsdroge unterschätzt. Der Tipp an die Eltern: Marihuana sieht aus wie Tee und riecht nach Thymian. Zudem ist Heroin in der Region weiter auf dem Vormarsch. Die Anzahl der Fälle, in denen Heroin sichergestellt wurde, ist sprunghaft angestiegen, berichtet Schwarz: "Die Haschischwelle wurde verschlafen. Das darf beim Heroin nicht passieren."