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Mit der Lupe auf Leuchtmoos-Suche

Mit der Lupe auf Leuchtmoos-Suche

CONSDORF/LUXEMBURG. Dritter großherzoglicher Besuch im Müllerthal: Wie sein Vater hat sich auch Großherzog Henri den Naturschutz und die Erhaltung gefährdeter Flora und Fauna auf die Fahne geschrieben.

Großherzog Henri im Müllerthal begrüßen und mit ihm auf botanischen und historischen Pfaden wandern - dieses Vergnügen hatten die Mitglieder der "Groupe d'études ayant pour objet la conservation du patrimoine naturel de la Petite Suisse Luxembourgeoise", die das Ministerium in Naturschutzfragen berät, bereits zum dritten Mal.Schützenswerte Moose, Farne und Flechten

Präsident Jean Werner berichtete im Vorfeld des großherzoglichen Besuchs über die botanischen Sehenswürdigkeiten, die auf dem Besuchsplan stehen: "Hier im Müllerthal gibt es teilweise einzigartige Moose, Farne und Flechten, die schützenswert sind." Hierbei handele es sich um "Schutzgüter auf europäischem Niveau", wie Werner ausführte. "Heute werden wir uns vor allem das Leuchtmoos ansehen." An sehr schattigen Sandsteinfelsen, zum Beispiel am Eingang von Höhlen oder unter Felsüberhängen, beobachte man bisweilen ein eigentümliches grünlich-weißes Leuchten. Verwunderlich: Es erlischt fast, wenn man sich der Stelle nähert. Hierbei handele es sich um das außerhalb der Silikatgebirge seltene Leuchtmoos, welches im Müllerthal wie auch auf deutscher Seite bei Ernzen hin und wieder zu finden ist. Per großherzoglicher Reglementierung aus dem Jahr 1989 seien sämtliche Farne wie auch Moose und Flechten, die direkt auf Luxemburger Sandstein wachsen, "integral geschützt". Leider komme es aber trotzdem noch vor, dass einige Arten inzwischen als ausgestorben gelten. Und so rückte die "Naturgesellschaft", mit Lupen ausgerüstet, ins Müllerthal vor. Dankend lehnte Großherzog Henri die ihm angebotene Lupe zur Sichtung des Mooses ab, "ich habe meine eigene mitgebracht, die habe ich noch vom letzten Besuch", sagte der Großherzog schmunzelnd. Aber nicht nur Moose und Farne fallen unter die schützenswerten Güter im Müllerthal, auch einige größere Objekte, für die keiner der Teilnehmer eine Lupe brauchte. So konnte sich Großherzog Henri zusammen mit Mitgliedern der "Groupe d'études ayant pour objet la conservation du patrimoine naturel de la Petite Suisse Luxembourgeoise" und Naturexperten in der Goldkaul bei Consdorf auch von 51 Meter hohen Objekten überzeugen, die ebenfalls als selten zu bezeichnen sind. Vier Douglasien (Douglas-Fichten) beherbergt der Consdorfer Forst, die mit ihrer beachtlichen Höhe - eine Fichte misst die angesprochenen 51 Meter - zu den größten im Großherzogtum zählen. Über 100 Jahre lang haben sie sich in der Forstparzelle Nummer 35, gepflanzt vom früheren Förster Bohnenberger, prächtig entwickelt. Neben den botanischen Sehenswürdigkeiten der Goldkaul wurden Großherzog Henri noch prähistorische Stätten im Müllerthal gezeigt.