Mit dicken Filzstiften Klarheit schaffen

Die Förderung von selbstständigem Lernen ist Ziel des Klippert-Programms, das im Moment in der Grund- und Hauptschule Mettendorf eingeführt wird. Bei einem Informationsabend konnten mehr als 100 Eltern eine der Lernmethoden selbst ausprobieren.

 Mit Eifer bei der Sache: die Teilnehmer des Elternabends in der Grund- und Hauptschule Mettendorf. TV-Foto: Stephan Brunker

Mit Eifer bei der Sache: die Teilnehmer des Elternabends in der Grund- und Hauptschule Mettendorf. TV-Foto: Stephan Brunker

Mettendorf. (stbr) Es ist nicht das, was man erwartet, wenn zu einem Elternabend aufgerufen wird. In Fünfergruppen sitzen Erwachsene an großen Plakaten und schreiben mit dicken Filzstiften. Zwischendurch werden die beschriebenen Bögen unter den Gruppen ausgetauscht; am Ende müssen die Ergebnisse präsentiert werden. So konnte sich jeder ein Bild davon machen, wie das Methodentrainingskonzept nach Klippert in der Grund- und Hauptschule Mettendorf umgesetzt wird. Das Steuerungsteam, bestehend aus Konrektor Joachim Holleitner, Steffi Hotz, Sarah Morrosch und Barbara Schneider, stellte die Arbeitsweise und den zeitlichen Ablauf dieses Lernkonzeptes vor.

Die Schüler sollen dazu angeleitet werden, selbstständiger zu lernen und sich auch die dazu nötigen Methoden zu erarbeiten, zum Beispiel Strukturieren oder Nachschlagen. Die höheren Anforderungen an Selbstständigkeit sorgten unter den Eltern auch für Verunsicherung. "Verwirrt das unsere Kinder denn nicht nur?", war die Frage eines besorgten Vaters. Weil jedes Kind das Erlernte mehrfach mit anderen besprechen muss, ist der Lernerfolg nachhaltiger, sagt Steffi Hotz. Durch das gegenseitige Lernen der Schüler können sich die Lehrer auch verstärkt um schwächere Schüler kümmern.

Die unterschiedlichen Stufen des Klippert-Programmes werden in Mettendorf im Laufe der nächsten zwei Jahre eingeführt, um dann Teil des normalen Unterrichts zu werden. Dafür werden von den Lehrern Fortbildungen besucht und in der Schule spezielle Workshops angeboten. Das so erlernte selbstständige Arbeiten helfe den Kindern in jedem Fall, auch wenn die weiterführende Schule keine Klippert-Schule sei, meinten am Ende des Abends die Mehrzahl der anwesenden Eltern. EXTRA Methodentraining nach Heinz Klippert Gruppenarbeit und selbstständiges Erarbeiten von Lerninhalten sind schon seit vielen Jahren Teil pädagogischer Maßnahmen, wurden aber bisher immer nur vereinzelt eingesetzt. Ziel des Klippert-Programms ist das Beseitigen der bestehenden Lerndefizite, wie zu geringe Selbstständigkeit und unzureichende Lern- und Lesekompetenz. In aufeinander aufbauenden Trainings- und Lernspiralen sollen sich die Schüler ihre Arbeitsmethoden und auch den Lernstoff selbst erarbeiten und sich gegenseitig korrigieren. Das Programm wird auf eine gesamte Schule angewendet, dadurch kann in allen Fächern auf die erlernten Arbeitsmethoden zurückgegriffen werden. (stbr)