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Mit Edelfrau Gertrudis durch die Prümer Geschichte

Mit Edelfrau Gertrudis durch die Prümer Geschichte

Eine spannende Zeitreise durch die lange Geschichte des Klosters und der Stadt Prüm: Die Kulturlandschaftsführer Eifel bieten eine neue Führung durch die Abteistadt an. Mit Edelfrau Gertrudis geht es durch die Jahrhunderte.

Prüm. Gestatten? Edelfrau Gertrudis von Romairovilla. Nicht ganz alltäglich ist die Dame, die das gute Dutzend interessierter Bürger an diesem Tag durch die Geschichte Prüms führt. Denn bereits ihre Kleidung verrät, dass sie nicht ganz in die heutige Zeit passt. Genauer gesagt lebte sie im 11. Jahrhundert im Nachbarort Romairovilla, wie Rommersheim damals genannt wurde. Damals war der Ort mit seinen römischen Ursprüngen bedeutender als Prüm, die dortige Kirche gilt als Urpfarrei der Region. Gespielt wird sie von Marita Mosebach-Amrhein aus Prüm, die ihr Gewand selbst geschneidert hat. Allerdings nicht per Hand, wie sie einräumt, sondern auf ihrer Nähmaschine. Auch eine Brille erlaubt sie sich, selbst wenn diese nicht ganz in ihr Kostüm passt. Zum Auftakt berichtet Gertrudis von den Anfängen des Klosters, über die viel Wissen verloren gegangen ist. So werde oft spekuliert, dass Karl der Große möglicherweise in Prüm geboren worden sei. "Aber genau wissen wir es einfach nicht", sagt Gertrudis. Seine Familie, die Karolinger, habe aber bei der Entstehung der Abtei eine große Rolle gespielt. Denn auf Bertrada, der Mutter Karls des Großen, hat die Prümer Abtei gegründet. Einer ihrer Urenkel, der Kaiser Lothar, fand dort seine Grabstätte, die sich noch heute in der Basilika befindet. Die Stellung als Hauskloster der Karolinger führte zum weitläufigen Besitz der Abtei. So wurde der Prümer Abt im Deutschen Reich sogar zum Fürstabt mit eigenem Sitz im Reichstag. Allein aus der jahrhundertelangen Geschichte zu berichten, würde wohl Tage dauern. "Ich habe schließlich schon 900 Jahre hinter mir, aber sie haben ja nicht so viel Zeit", sagt Gertrudis, also geht es weiter durch die Stadt: von der Basilika über den Hahnplatz durch die Spitalstraße bis zum alten Ortskern rund um den Altenmarkt, überall berichtet Gertrudis aus alten Zeiten, von der alten Stiftskirche, wo heute die Hahnstraße verläuft, über Angriffe der Normannen und den Niedergang des Klosters bis zur Auflösung durch die Franzosen 1802. Den Schlusspunkt der rund zweistündigen Führung bildet eine Schilderung der verschiedenen Details am Brunnen auf dem Teichplatz. "Mir hat es sehr gut gefallen", sagt Klaus Waller aus Witten (Nordrhein-Westfalen), der schon öfter in Prüm Urlaub gemacht hat. "Vor allem, weil man leider nicht mehr viel von der Vergangenheit sieht." chKontakt: Marita Mosebach-Amrhein, Telefon 06551/980066, Internet: www.kulturlandschaftsfuehrer-eifel.devolksfreund.de/video