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Mit Freude und ein bisschen Bauchweh

Bildung : Mit Freude und ein bisschen Bauchweh

In den weiterführenden Schulen der Eifelkreise beginnt am Montag der Regelunterricht. Sollte es zu Corona-Infektionen kommen, tritt Plan B in Kraft.

„Unter Berücksichtigung des derzeitigen Infektionsgeschehens ist die Wiederaufnahme des Regelbetriebs in den Schulen mit Beginn des Schuljahres 2020/21 möglich und geboten“, heißt es im Vorwort der fünften und aktuellsten Fassung des Hygieneplans, mit dem das Bildungsministerium Rheinland-Pfalz den Schulalltag in der Pandemie regeln will.

Darin enthalten: Regelungen zu Maskenpflicht, Einhaltung von Mindestabständen, Hygienemaßnahmen in Sanitärbereichen und zur Desinfektion stark frequentierter Flächen (Türklinken, Handläufe) und die Weisung, auf eine intensive Lüftung der Räume zu achten. „Vorgaben, die wir, wie andere auch, vollständig umsetzen“, sagt Andrea Stabel, Leiterin der Augustiner-Realschule-Plus in Hillesheim. Die Lüftung der Räume sei während des Unterrichts möglich, an ihrer Schule könnten auch die Türen zu den Klassenräumen offen bleiben, sagt Stabel. Darüber hinaus sorgten alle Lehranstalten für weitere Vorsorgemaßnahmen, wie die einer Einbahnstraßenordnung im Schulgebäude oder versetzte Pausenzeiten. „Dafür ist unsere Schule architektonisch gut geeignet“, sagt die Schulleiterin. „Wir freuen uns, dass der Unterricht wieder beginnt und hoffen, dass es uns gelingt, den Regelbetrieb aufrecht zu erhalten.“

Für den Fall eines Infektionsgeschehens an der Hillesheimer Realschule  sei man als Informatik-Profil-Schule bestens gerüstet, berichtet Stabel. „Das sogenannte Szenario 2 schreibt eine Mischung aus Präsenz- und Fernunterricht vor. Die technische Ausrüstung ist vorhanden, darüber hinaus haben sich die Lehrkräfte in den Sommerferien in Seminaren auf den Fernunterricht vorbereitet.“

In Rheinland-Pfalz gilt keine Maskenpflicht in den Klassenzimmern, die Augustiner-Realschule-Plus geht jedoch einen eigenen Weg: „Wenn eine Lehrkraft Bedenken hat, weil er oder sie zu einer Risikogruppe gehört, können die Schüler dazu aufgefordert werden, die Masken auch während des Unterrichts zu tragen.“

Auch im Prümer Regino-Gymnasium wird über diese Möglichkeit nachgedacht, berichtet Schulleiter Albrecht Petri: „Solidarität ist das passende Wort dafür. Wir werden am Freitagnachmittag in einer Dienstbesprechung erörtern, ob wir den Lehrerinnen und Lehrern ein solches Hausrecht zugestehen.“ Sämtliche Hygienevorgaben seitens des Bildungsministeriums habe das Regino-Gymnasium umgesetzt. „Auch wenn das in einem ehemaligen Klostergebäude, in dem kein Raum dem anderen gleicht, eine Herausforderung ist“, sagt Petri. Alles in allem hege er wenige Befürchtungen im Hinblick auf die Wiederaufnahme des Regelbetriebs, auf partielle Schulschließungen sei das Gymnasium vorbereitet: „Mit dem Szenario 2 haben wir bereits im Frühjahr unsere Erfahrungen gemacht und die digitalen Voraussetzungen für den Fernunterricht geschaffen“, sagt der Prümer Schulleiter. „In der Ruhe liegt die Kraft - so gehen wir das kommende Schuljahr an.“

Sein Neuerburger Kollege Jens Kemper berichtet, die Vorbereitungen auf den Schulbeginn am Montag seien problemlos verlaufen. „Doch eine dauerhafte Trennung zwischen den Klassen wird nicht durchzuführen sein, da im Eifel-Gymnasium 90 Prozent des Unterrichts in nur einem Gebäude stattfinden“, sagt Kemper. Er sei dankbar, dass die Schüler während des Unterrichts von der Maskenpflicht entbunden seien - „und wir werden diese Vorgabe auch so einhalten.“ In den Ferien  sei neben allen anderen Maßnahmen zur Einhaltung der Hygieneregeln die digitale Infrastruktur stark verbessert worden, es gebe nun ein einheitliches Videokonferenz-System für den Fall, dass Fernunterricht wieder eingeführt werden müsste. „Auch wir freuen uns auf den regulären Betrieb“, sagt Kemper. „Doch durchaus mit gemischten Gefühlen.“ Letztendlich sei ein reibungsloser Ablauf nur möglich, wenn das Infektionsgeschehen in Deutschland sich im Rahmen hielte.

Auf dem Schulhof des Regino-Gymnasiums Prüm müssen Schüler einen Mund-Nasen-Schutz tragen. Foto: TV/Stefanie Glandien

„Wir gehen optimistisch an die Sache heran, doch ein bisschen Bauchweh ist dabei“, sagt Günter Karst, Leiter der Berufsbildenden Schule Gerolstein. Die Situation in seinem Haus unterscheide sich von der anderer Lehranstalten - zwei Drittel der Schüler sind Auszubildende, die zum Blockunterricht oder tageweise die BBS besuchen. „Damit ist es schwierig - wir können trotz allen Hygienemaßnahmen eine Durchmischung nicht vermeiden.“ Karst, der dafür bekannt ist, für jede Lebenssituation eine Fußball-Weisheit parat zu haben, hält sich angesichts des Schulstarts am Montag zurück. „Da halte ich mal den Ball ganz flach“, sagt er.