Mit Gefühl im Einsatz

BITBURG/PRÜM. (ttl) Mit viel Fingerspitzengefühl betreut Harald Igelmund Menschen, die einen Angehörigen verloren haben.

Den Menschen in einer schweren Zeit beistehen, das wollte Harald Igelmund. Deshalb meldete er sich beim DRK-Notfallnachsorgeteam im Kreis Bitburg-Prüm. Das war vor zweieinhalb Jahren. Seitdem betreut Igelmund Menschen, die durch einen plötzlichen Todesfall Angehörige verloren haben. Sozial hat sich der 39-jährige Prümer schon lange engagiert. Als 18-Jähriger machte er sich für die Jugendarbeit im Deutschen Roten Kreuz (DRK) stark und schaffte es mit seinem ehrenamtlichen Engagement sogar bis zum Jugendrotkreuz-Bezirksleiter. Nicht immer leicht fällt ihm die Betreuung in der Notfall-Nachsorge: "Auch ich musste einfach mal rausgehen, um meinen Emotionen freien Lauf zu lassen." Aber das Gefühl, damit sinnvolle Arbeit leisten zu können und Unterstützung zu sein, lässt den Verwaltungswirt weiter machen. Ingelmunds Arbeits-Einsatz beginnt meist mit einem plötzlichen Todesfall, Verkehrsunfall oder Suizid. Wenn er die schlechte Nachricht den Angehörigen mitgeteilt hat, stehen diese zuerst unter Schock: "Die Menschen sind dann so durcheinander, dass sie nicht verstehen, um was und wen es überhaupt geht." Igelmunds Aufgabe ist es dann, sich mit viel Fingerspitzengefühl der Bedürfnisse der Hinterbliebenen anzunehmen. Die Tragweite seiner Mitteilung ist Igelmund bewusst: "Mit meiner Nachricht verändere ich das Leben eines Menschen grundlegend." Dann nach "Schema F" arbeiten, das kann Igelmund nicht. Ganz behutsam und auf die Bedürfnisse des Gegenübers zugeschnitten beginnt er seine Betreuung. "Wenn ein Angehöriger sich vom Toten verabschieden möchte, begleite ich ihn, wenn er das wünscht." Bei alleinstehenden Angehörigen hilft er, ein soziales Netz aufzubauen. Aber sein ehrenamtlicher Dienst geht weiter: "Wenn mich jemand braucht, bin ich mit dem Handy rund um die Uhr erreichbar."