Mit gutem Willen über Grenzen

Mit gutem Willen über Grenzen

Unverkennbar: Der gute Wille, in der Eifel gemeinsam zu agieren, ist über alle Grenzen hinweg vorhanden. Ein Instrument dazu ist die seit fünf Jahren existierende Zukunftsinitiative Eifel. Zum ersten Mal haben sich nun alle Bürgermeister der Eifel getroffen und über die Erfolge und Perspektiven der Region gesprochen.

St. Vith. "Es geht um die Zukunft der Eifel": An pathetischen Sätzen ließ es Karl-Heinz Lambertz, Ministerpräsident der Deutschsprachigen Gemeinschaft (DG) Ostbelgiens, nicht mangeln. Er hatte zur ersten Bürgermeisterkonferenz der Zukunftsinitiative Eifel nach St. Vith eingeladen - "eine Weltpremiere". Denn noch nie zuvor hatten sich so viele, nämlich 63, hauptamtliche Kommunalpolitiker der Eifel von St. Vith bis nach Mayen und von Düren bis nach Bitburg getroffen, um über die Zukunftsinitiative (ZI) Eifel, deren Entwicklung, Ergebnisse und auch die Zukunft zu sprechen.

Große Bereitschaft, die Eifel als Ganzes zu verstehen



Seit fünf Jahren existiert der Zusammenschluss von allen Eifelkommunen in Rheinland-Pfalz, Nordrhein-Westfalen und der Deutschsprachigen Gemeinschaft Belgiens, der seine Ursprünge in Hillesheim hat. Dort wurde 1992 angeregt, dass alle Eifelkommunen sich stärker vernetzen sollten. Ziel der ZI ist es, regionale Kompetenzen zu entwickeln und langfristig zu stärken.

Deutlich wurde in St. Vith vor allem: Es ist über alle Grenzen die große Bereitschaft vorhanden, die Eifel als Ganzes zu verstehen und gemeinsam zu agieren. "Entscheidend für den Erfolg sind einfach die persönlichen Kontakte", sagt Aloysius Söhngen, Bürgermeister der Verbandsgemeinde Prüm. "Aus dem Austausch entstehen Ideen, die manchmal große Früchte tragen.

In verschiedenen Bereichen sind so spürbare Erfolge erzielt worden. Etwa bei der gemeinsamen Vermarktung der Region über die Eifel-Tourismus-GmbH. Dort ist das Ziel, die Eifel langfristig zur Naturerlebnisregion Nummer eins in Europa auszubauen, berichtete Iris Poth von der Stabsstelle Struktur- und Wirtschaftsförderung des Kreises Euskirchen. Eine andere Erfolgsgeschichte ist der Aufbau der Regionalmarke Eifel, unter deren Zeichen eine breite Palette von Produkten vermarktet wird, vom Eifel-Blockhaus bis zum Eifel-Schnaps.

Doch genauso deutlich wurde auch, dass es oft in der praktischen Umsetzung vieler guter Ansätze immer noch Probleme gibt.

Feuerwehren arbeiten noch nach Ländern getrennt



Denn auch wenn man sich eigentlich über Grenzen hinwegsetzen will, gibt es doch zahlreiche Fallstricke. So klagte beispielsweise Büllingens Bürgermeister Friedhelm Wirtz darüber, dass es immer noch kompliziert ist, wenn sich Feuerwehren grenzüberschreitend helfen sollen. Denn dort ist es so, dass die deutschen Wehren an manchen belgischen Ortsteilen deutlich schneller wären, aber derzeit noch nicht helfen dürfen.

Erst kürzlich wurde die grenzüberschreitende Hilfe bei den Rettungsdiensten zwischen dem Eifelkreis und St. Vith geregelt (der TV berichtete). Außerdem hinderlich: Der fehlende Lückenschluss der Autobahn 1 und die unzureichende Versorgung mit schnellen Internetanschlüssen.

Werner Klöckner, Bürgermeister der Verbandsgemeinde Daun, vermisst derzeit die große Vision, wo man mit der Eifel und der Zukunftsinitiative hin möchte. Man habe kein definiertes Ziel, es fehle der Blick, "wo stehen wir beispielsweise in 20 Jahren".

Den Herausforderungen, das gab Ministerpräsident Lambertz den Bürgermeistern mit auf den Weg, müsse man sich gemeinsam stellen.