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Landwirtschaft: Mit Leidenschaft auf dem Hof

Landwirtschaft : Mit Leidenschaft auf dem Hof

Beim Berufswettbewerb der deutschen Landjugend messen sich junge Menschen, die eine landwirtschaftliche Aus- oder Fortbildung absolvieren, miteinander. Der TV hat sich mit zwei Teilnehmern über ihre Faszination für den Beruf unterhalten.

Wenn Christina Lux und Lukas Meyer über ihren Beruf sprechen, strahlen ihre Augen und sie lächeln. Die beiden 20-Jährigen sind angehende Landwirte und das mit Leidenschaft. Gerade haben sie als Team den zweiten Platz im Berufswettbewerb der deutschen Landjugend in Bitburg gemacht.

Fragt man sie nach den Gründen für ihre Berufswahl, antworten sie ähnlich. „Schon mit 14 Jahren bin ich mit den Stall und habe mitgeholfen. Das hat mir immer viel Spaß gemacht und so stand schnell fest, dass ich die Ausbildung machen werde“, erzählt Christina Lux. Sie arbeitet vor allem gerne mit Tieren. Zuhause in Stadtkyll, auf dem Betrieb ihrer Eltern, stehen 50 Milchkühe. Auf dem Hof ziehen sie auch den Nachwuchs der Kühe groß.

Im elterlichen Betrieb lebt und arbeitet auch Lukas Meyer. Er erzählt eine ähnliche Geschichte, wie er zu dem Beruf Landwirt kam: Auch er habe mitgeholfen. „Es hat mir immer Spaß gemacht und so habe ich mich da reingelebt“, sagt er. „Es gibt hier immer was zu tun, langweilig wird es nie“, sagt er. Insgesamt 145 Milchkühe stehen auf dem Betrieb in Roth bei Gerolstein. Auch Lukas Meyer arbeitet gerne mit Tieren, aber auch auf dem Acker.

Beide haben sie die Ausbildung mit etwa 16 Jahren begonnen, 2018 haben sie die Gesellenprüfung abgelegt. Zurzeit machen sie gemeinsam eine Fortbildung zum staatliche geprüften Wirtschafter, danach wollen sie noch den Techniker machen.

Haben sie Zukunftsängste? „Teilweise schon. Denn wir können den nächsten Monat nie genau voraussehen. Auch Investitionen zu planen ist schwierig“, sagt Christina Lux. Auch die seit Jahren niedrigen Milchpreise beschäftigt beide.

Die Arbeitstage der beiden sind lang. Gegen 7 Uhr morgens sind die Zwei im Stall, dann ist Füttern und Melken der Tiere angesagt. Bis abends wieder gemolken wird, stehen tagesaktuelle Aufgaben an. Dabei nehme auch das Arbeiten am Computer immer mehr Raum ein. Stichwort Düngeverordnung. „Die Aufgaben am PC werden immer mehr werden“, sind sie sich einig. Ganz entfällt die körperliche Arbeit dadurch aber nicht.

Das Mitanpacken, das die Landwirtschaft mit sich bringt, ist für beide kein Problem. „Nach einem ganzen Tag Schule bin ich abend müder, als nach einem Tag auf dem Hof“, sagt Lukas Meyer. Christina Lux pflichtet ihm bei: „Man gewöhnt sich da schnell dran und kommt in den Rhythmus.“Und die vielfältigen Aufgaben machen für sie den Reiz am Beruf aus. „Wir arbeiten im Büro, mit Tieren und Maschinen. Das ist total vielfältig“, sagt Lux.

Trotz der herrschenden Zukunfstängste und viel Arbeit überwiegen für beide die Vorteile im Beruf. „Mit der richtigen Organisation und Unterstützung ist es kein Problem, dann hat man auch mal frei“, sagt Christina Lux. Auf einem Hof sei man sein eigener Chef. Zwar sei man an Routinen gebunden, wie das regelmäßige Melken, aber grundsätzlich sei man auch flexibel.

Ein Knackpunkt: Das Bild, das die Öffentlichkeit von der Landwirtschaft habe. „Verbraucher haben heute ein ganz anderes Bild im Kopf. Sie sehen in der Werbung Kühe auf der Wiese stehen und denken, dass das so sein muss“, erklärt Lukas Meyer. Dabei hätten oftmals Landwirte gar nicht die Fläche, um ihre Tiere immer draußen halten zu können. Und auch die Kontrolle sei in einem Stall sehr viel besser. Auch Fernsehsendungen wie Bauer sucht Frau vermittelten ein spezielles Bild, sagen sie. Oftmals seien dort die Ställe unheimlich alt. Daher haben beide den Wunsch, dass sich Verbraucher umfassender informieren und dann ihre Meinung mitteilen, da so auch konstruktive Diskussionen möglich sind.

Im April steht für beide nun der Landesentscheid im Berufswettbewerb in Bad Kreuznach an. Qualifizieren sie sich dort, geht es im Bundesentscheid weiter.