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Mit Loriot-Wein zur Syrienkonferenz

Mit Loriot-Wein zur Syrienkonferenz

Die vom DRK-Sozialwerk Bernkastel-Wittlich produzierten Loriot-Weine sind ein Renner und dienen einem guten Zweck. Schirmherr des aktuellen Jahrgangs ist Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier. Der nahm am Donnerstagmorgen eine besondere Flasche in Empfang.

Bernkastel-Kues. "Morgenstund hat Gold im Mund." Dieser Spruch ist nicht von Victor von Bülow, besser bekannt als Loriot. Es ist auch kein Werbespruch der Zahnärzte. Donata Freifrau Schenck zu Schweinsberg, Vizepräsidentin des Deutschen Roten Kreuzes, wählt ihn, weil der Donnerstag mit einer besonderen Aktion in Bernkastel-Kues beginnt. Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier legt auf dem Weg zur Syrienkonferenz in München eine Zwischenstation an der Fierskapelle ein. Steinmeier bleibt Schirmherr

Was macht der Bundesaußenminister in Bernkastel-Kues? Nun, Steinmeier ist Schirmherr der Loriot-Weine, und die werden vor Ort "abgezapft und originalverkorkt". Nicht wie im Sketch "Vertreterbesuch" von Pahlgruber & Söhne, sondern vom DRK-Sozialwerk Bernkastel-Wittlich, das ein eigenes Weingut betreibt. An der Fierskapelle, von der man einen tollen Blick auf die Stadt hat, liegt einer der Weinberge. Frank-Walter Steinmeier ist Schirmherr des dritten Jahrgangs. Er bekommt die 100 000 Flasche und wird, das sagt er in Bernkastel-Kues zu, diese Funktion auch für den nächsten Jahrgang übernehmen. Vielleicht hat das ja damit zu tun, dass er Vico von Bülow mehrfach getroffen hat. "Schließlich stand Loriots Wiege in meinem Wahlkreis in Brandenburg an der Havel", erzählt er. Und er mag diese Art von Humor. "Ich bin damit, wie viele andere auch, groß geworden", berichtet der 60-Jährige. Der mehr als 35 Jahre alte Vertreterbesuch ist einer seiner Lieblingssketche. Der Auftritt von Weinvertreter Blümel bei Frau Hoppenstedt ist Kult. Die Oberföhringer Vogelspinne, das Hupfheimer Jungferngärtchen, der Klöbener Krötenpfuhl und die Spätlese sind dadurch bekannt geworden - aber nur fiktiv. Vor einigen Jahren reifte in Lübbo Roewer, Leiter der Kommunikation beim DRK-Kreisverband Bremen, die Idee, die Weinlagen mit Inhalt zu füllen. Als Partner suchte er sich das DRK-Sozialwerk Bernkastel-Wittlich aus. Beide Verbände profitieren vom Erlös. Die Bremer bekommen von jeder Flasche 1,50 Euro, was bei 100 000 Flaschen schon ein nettes Sümmchen ausmacht. An der Mosel profitiert die Werkstatt für Behinderte vom Verkauf. Der Wein im Sketch schmeckte sogar dem Vertreter nicht, der Wein vom DRK hat sogar schon Goldmedaillen eingeheimst. Wein ist ja auch Friedensstifter und Medizin. Ein Fuder Wein aus Neumagen half der Legende nach mit den 30-jährigen Krieg zu beenden. Und Kurfürst Boemund, der krank auf der Burg Landshut lag, soll durch den Wein, der sich seither "Doctor" nennen darf, gesundet sein. Kann der Loriot-Wein nicht auch bei der Syrienkonferenz und an anderen Brennpunkten entspannend wirken: Der Außenminister denkt nach und antwortet pragmatisch: "Loriot ist schwer ins Arabische zu übersetzen", sagt er, bevor er nach einer halben Stunde und einem "Tschüss, macht's gut", mit seinem Konvoi weiterzieht.Weitere Fotos finden Sie unter:volksfreund.de/fotos