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Mit Mozart über die Dörfer

Mit Mozart über die Dörfer

PRÜM/BITBURG/JÜNKERATH. Musiktage zum Mozartjahr in der Eifel: Die Südwestdeutsche Mozartgesellschaft organisiert zusammen mit der Tourist-Information Prümer Land drei Konzerte besonderer Art vom 16. bis 23. September (der TV berichtete). Vorab gab der künstlerische Leiter und Dirigent, Georg Mais, dem Medienpartner der Musiktage, dem Trierischen Volksfreund, ein Interview.

Mozart und die Eifel - ist das eine glückliche Allianz?Georg Mais: Wir (die Südwestdeutsche Mozartgesellschaft, Anmerkung der Redaktion) haben ja schon zweimal Mozartwochen in der Eifel veranstaltet - zusammen mit meinen Freund und Partner Georg Sternitzke als Organisator und mit vielen Sponsoren. Die waren ein großer Erfolg, der uns ermutigt hat, auch im Mozartjahr in der Eifel präsent zu sein. In der Eifel gibt es keine Konzertsäle und keine Tonhallen. Warum eignet sie sich dennoch als Festivalort?Georg Mais: Es gibt in der Eifel sehr stimmungsvolle Säle und Hallen, die ein ganz besonderes Ambiente bieten. Die Demag-Werkshalle hat eine ganz besondere Atmosphäre, die einen interessanten Kontrapunkt bietet. Das Kongresszentrum in Prüm ist ganz neu gebaut und eine der interessantesten und vielseitigsten Hallen hier in der Umgebung. Mit Amadeus über die Dörfer, hätte das dem Komponisten gefallen?Georg Mais: Das hätte ihm gefallen, das hat er nämlich selbst auch gemacht. Mozart war mehr als zehn Jahre seines Lebens auf Reisen, und er war nicht nur in Großstädten sondern auch in den Dörfern, zum Beispiel in Kirchheimbolanden bei Prinzessin Karoline von Oranien. Sie kommen mit einem neuen Orchester, was zeichnet dieses aus?Georg Mais: Zuerst zeichnet es die Tradition aus, denn die Kammerphilharmonie in Lemberg aus der ehemaligen K. und K.-Monarchie (Kaiserliche und Königliche Doppel-Monarchie) in der heutigen Ukraine ist ein Orchester, das sich sehr um die Pflege des mozartschen Liedguts kümmert und sich diesem verpflichtet fühlt. Der jüngste Sohns Mozarts, Franz Xaver, trat in die Fußstapfen des Vaters und war einige Jahre in Lemberg Musikdirektor. Worauf darf sich das Publikum freuen?Georg Mais: Wir haben diesmal eine andere Konzeption als bei den Mozartwochen. Wir wollen thematisierte Konzerte in Form von Gesprächskonzerten anbieten. Es geht nicht nur darum, die Musik zu hören, sondern vor allem, das mozartsche Umfeld zum jeweiligen Thema kennen zu lernen. Man soll Einblick in das Leben des Komponisten bekommen, in seine Art zu arbeiten, und man soll verstehen, aus welcher Situation heraus er die Stücke geschrieben hat. Meinen Sie nicht auch, dass die Leute im Mozartjahr genug Mozart zu hören bekommen?Georg Mais: Das meine ich ganz bestimmt. Deshalb wollen wir die Konzerte nicht so gestalten, dass sie ausschließlich einen musikalischen Hörgenuss bieten. Gesprächskonzerte wie diese finden anderswo nicht statt. Wir hoffen, dass wir dem Publikum etwas ganz Besonderes bieten können. Ist Mozart auch ihr persönlicher Lieblingskomponist?Georg Mais: Als Dirigent ist es glaub ich selbstverständlich, dass man Mozart verehrt. Er gehört zu meinen Lieblingskomponisten. Aber ich möchte ihn jetzt nicht besonders herausstellen Er steht sicher auf einer Linie mit vielen anderen. Aber viele andere, die nach ihm gekommen sind, wären nicht in der Lage gewesen das zu schreiben, was sie geschrieben haben, wenn es vor ihnen keinen Mozart gegeben hätte. Das Interview führte unsere Redakteurin Stefanie Glandien. Konzert-Termine: "Mozart in Wien" am Samstag, 16. September, in der Werkshalle von Demag Ergotech in Jünkerath. "Mozarts Frauen", Sonntag, 17. September, 17 Uhr, im Kongresszentrum Prüm. "Mozarts Reisen", Samstag, 23. September, 20 Uhr im Haus Beda Bitburg. Karten für 15 (13 Euro ermäßigt) gibt es bei der Tourist-Information Prümer Land, Telefon 06551/7640, oder per E-Mail: ti@pruem.de, sowie im Haus Beda in Bitburg, Telefon 06561/9645-0 und bei der Demag Ergotech in Jünkerath unter der Telefonnummer 06597/12177.