Mit Mut zum Erfolg

PRÜM. Bereits zu Ostern ging es in Betrieb, seit Freitag ist es auch offiziell und amtlich eröffnet: das "Veranstaltungs- und Kongresszentrum Jugendgästehaus Prüm". Ministerpräsident Kurt Beck lieferte die Festansprache.

Gute Zahlen, begeisterte Gäste: Der Betrieb im Kongresszentrum und Jugendgästehaus läuft schon seit einiger Zeit und mit großem Erfolg (der TV berichtete). Was die Verantwortlichen nicht daran hindert, das jüngste Prümer Großprojekt sozusagen ein zweites Mal zu eröffnen: Der große, offizielle Festakt stieg am Freitag. "Es gibt so Tage, auf die man sich richtig freut", sagte Aloysius Söhngen, Bürgermeister der Verbandsgemeinde (VG) Prüm. "Und dies ist so ein Tag.""Es lohnt sich, herzukommen"

Prüm komme zwei Wochen nach der Konvikt-Neueröffnung "aus dem Feiern gar nicht mehr heraus", fand Landrat Roger Graef und gratulierte zum "in jeder Hinsicht geglückten Werk". Als Hauptredner in die Eifel gekommen: der rheinland-pfälzische Ministerpräsident Kurt Beck. Wahlkampf, so kurz vor dem kommunalen Urnengang? Bestimmt, und dennoch wäre das nur die halbe Wahrheit: Immerhin ist Mainz mit 2,5 Millionen Euro an den Gesamtkosten von knapp acht Millionen beteiligt. Grund genug für den Landeschef, sich an Ort und Stelle die Wirkung der satten Finanzspritze anzuschauen. Sein Urteil: "Es lohnt sich, herzukommen." Das Haus sei ein "notwendiger Baustein für das kinderfreundliche Land Rheinland-Pfalz". Es biete tolle Möglichkeiten und vor allem die Chance, ein gutes menschliches Miteinander zu üben. Und zwar in einer Zeit, in der viele in "Ein- oder Zwei-Kinder-Familien" aufwüchsen. Dem Präsidenten des Landes-Jugendherbergswerks Detlef Bojak überbrachte Beck noch eine gute Nachricht: Dieser hatte nämlich in einem TV -Artikel über das Gästehaus die fehlenden Autobahn-Hinweise auf Prüm bemängelt. Beck: "Auftrag erfüllt, Beschilderung deutlich verbessert!" Ein gutes Miteinander bewiesen auch die Verantwortlichen für den Bau, das Jugendherbergswerk (DJH), das Land, Verbandsgemeinde, Stadt und Kreis Bitburg-Prüm. Nur so sei es überhaupt möglich gewesen, "zwei Projekte zu verwirklichen, die getrennt voneinander kaum zu realisieren gewesen wären", sagte der DJH-Landes-Vorstandsvorsitzende Jacob Geditz. Landespräsident Detlef Bojak rühmte nicht zuletzt die Arbeit der Planer Dieter Müller und Matthias Dimmer: "Bauen ist mehr als eine ästhetisch gut gestaltete Fassade." In Prüm seien auch die hohen Ansprüche an die Funktionalität des Hauses erfüllt worden. Und damit die Einrichtung noch ein wenig aufgestockt werden kann, überreichte die Bundes-DJH-Vorsitzende Angela Braasch-Eggert ein "Flachgeschenk" an Betriebsleiter Matthias Golze. In welcher Höhe? Golze: "Sag' ich nicht!" "So wie ich jetzt hier stehe, sieht ein glücklicher Stadtbürgermeister aus", bekannte Hansgerd Haas, der noch einmal den Weg von der ersten "Vision" des Verbandsgemeinde-Chefs Aloysius Söhngen bis zum fertigen Bau rekapitulierte - inklusive der bangen Frage, "wer das alles bezahlen soll". Eigentlich hatte er nur eines zu kritisieren: Dass die Eröffnung nicht einen Tag früher stattfand - an seinem Geburtstag. Haas erntete daher auch viel Beifall für seinen Wunsch an Beck: "Im nächsten Jahr feiere ich einen runden Geburtstag. Vielleicht schenken Sie mir bis dahin den Erhalt des Kulturamts Prüm." Das Jugendgästehaus bietet 150 Schlafplätze. Die Herberge ist offen für Familien, Seminargruppen, Schulklassen und viele weitere Gäste - auch mit Behinderung. Der Saal im Kongresszentrum hat Platz für 500 Menschen, hinzu kommen Tagungsräume. Größter Geldgeber - und zugleich Betreiber des Komplexes - ist das Deutsche Jugendherbergswerk mit 2,7 Millionen Euro. Das Land lieferte 2,5 Millionen, die Stadt Prüm steuerte 1,5 Millionen bei, die VG Prüm und der Kreis jeweils 511 000 Euro.

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