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Mit Prominenz und Flugzigarren

Mit Prominenz und Flugzigarren

Der Museumsverein der Wartehalle Welchenhausen lädt zu seiner Winter-Ausstellung ein: Von Samstag, 22. Oktober, an sind dort Arbeiten des Luxemburger Fotografen Luc Ewen zu sehen. Thema: der Zeppelin.

Lützkampen-Welchenhausen. Mini-Museum zeigt Riesen-Objekte, zumindest im Bild: Luftschiffe, Flugzigarren - Zeppeline eben. Und diese wiederum werden vom Urheber Luc Ewen zusammengebracht mit prominenten Persönlichkeiten aus Kultur und Zeitgeschichte.
Das klingt nicht ganz humorlos. Stimmt: "Nach viel Ernstem zu Europa, Migration, dem Flüchtlingsdrama und der aktuellen Situation von Kunst und Kultur wollen wir unser Museumsjahr etwas entspannter beenden", sagt dazu der Vorsitzende des Wartehalle-Vereins, Christof Thees.
Des Künstlers Lust am Fabulieren


Wie das aussieht, kann man am Samstag, 22. Oktober, erstmals erfahren, denn dann eröffnet der Verein im Mini-Museum - im Zivilberuf dient es dem auch nicht viel größeren Grenzdörfchen als Bus-Häuschen - seine Winterausstellung mit den Bildern des Luxemburger Fotokünstlers Luc Ewen.
Wer aber Fotografie mit einem "realen" Abbild der Wirklichkeit gleichsetze, sagt Thees, der werde mit Luc Ewens Montagen aus seiner Serie "The Zeppelin Story" eines Besseren belehrt. Denn der Künstler demonstriere damit erneut "seine ungezügelte Lust am Fabulieren": Aus Elementen alter und neuer Fotos schaffe er in jedem seiner Bilder eine neue, eigene Realität. Thees: "Luc Ewen vergreift sich recht ungeniert an mancher Ikone der Kunst- und Kulturgeschichte, um sie mit hintergründigem Witz in völlig neue Zusammenhänge zu bringen." Bekannte Menschen wie Josephine Baker, Charlie Chaplin oder Mata Hari werden sozusagen als Personal auf den Bildern engagiert, "und weder vor dem Papst oder der Luxemburger Madonna wird Halt gemacht".
Über Ewen sei einmal gesagt worden, er bediene sich der Geschichte, "um Geschichten zu erzählen, ohne Geschichten zu erzählen". So gehe er auch in seiner Zeppelin-Serie vor: Zu jedem Bild liefert ein kurzer Begleittext den Anstoß zu der Geschichte, die sich der Betrachter schließlich selbst erzählen könne.
"Luc Ewens Bilder illustrieren neben seiner Fabulierlust und seinem oft bizarren Humor seine Leidenschaft für das Experimentieren mit Fotomaterialien, und hier hat Ewen wahre Meisterschaft erreicht", sagt Thees. "Polaroidfotos werden dabei "virtuos manipuliert, mechanisch bearbeitet, ihre Farben verändern sich, sie bekommen eine ,antike' Anmutung. Neue Elemente werden einmontiert und das endgültige Bild schließlich per Tintenstrahldrucker fertiggestellt - die Wirklichkeit seiner Bilder entspringt seinem Kopf und entsteht im Labor, jedes eine neue Herausforderung für die Phantasie des Betrachters."
Die Ausstellung in der Wartehalle Welchenhausen wird am Samstag, 22. Oktober, um 16 Uhr eröffnet und dauert bis Ostern 2017. Wie immer sind alle Interessierten zu Kaffee, Kunst und Kuchen eingeladen.
Die sechsmonatige Phase bis in den Frühling, sagt Thees, werde man nutzen, um die dringend erforderlichen Renovierungen an der Internetseite des Vereins vorzunehmen. "Und zum Ausbau unserer ,KultOurTal-Straße' zwischen Welchenhausen und Stupbach mit weiteren Skulpturen. So können wir die nächstes Jahr endlich offiziell einweihen."
Wie immer ist der Eintritt zur Ausstellung frei, wie immer sind die Bilder rund um die Uhr zu sehen, wie die Wartehalle nicht abschließbar ist.