Mit Ruhe und Herzblut für die Eifel

Mit Ruhe und Herzblut für die Eifel

SPEICHER. Erstmals bewirbt sich Hermann Marx aus Speicher um ein Mandat im rheinland-pfälzischen Landtag. Privat entspannt sich der FDP-Kandidat bei Gartenarbeit und im Kegelclub.

Zu Besuch bei Familie Marx. Sohn Christopher (13) öffnet die Tür. Das Interview mit Hermann Marx auf der großen Couch im Wohnzimmer interessiert auch Ehefrau Margit (47). Zwischendurch schaut Tochter Julia (19) vorbei. "Die Familie muss einem den Rücken frei halten, sonst hat man schlechte Karten", erklärt Hermann Marx. "Zu Hause kümmert sich meine Frau um alles." Seit der Kommunalwahl 2004 hat der 48-Jährige als Dritter Beigeordneter des Kreises Bitburg-Prüm viele Zusatztermine: "Ich vertrete den Kreis mit Herzblut und stelle immer wieder fest: Gerade außerhalb der Eifel wird über die Eifel viel Positives gesprochen." Seit 1987 ist Marx FDP-Mitglied, weil er sich "schon immer für Politik interessierte" - und klare Ziele verfolgt. Der Erhalt des Flugplatzes Spangdahlem und die fliegerische Nutzung des Flugplatzes Bitburg betrachtet er als wichtige wirtschaftliche Faktoren. Verbesserung der Infrastruktur (Straßenbau) und Ausbau des Dachmarken-Konzepts Eifel gehören aus seiner Sicht ebenso dazu. In die spektakuläre Forderung der Landes-FDP nach Auflösung der Verbandsgemeinden stimmt Marx nicht ein: "Wir brauchen zuerst eine Strukturreform von Ländern über Kreise bis zu Verbandsgemeinden. Es geht um stärkere Ortsgemeinden und eine schlankere Verwaltung. Wir verwalten uns zugrunde." Möglicherweise bringe der Zusammenschluss einzelner Länder und Kreise mehr Effizienz und damit wieder mehr Handlungsfreiheit. In der Bildungspolitik plädiert Marx gegen die Einheitsschule und für das bestehende dreigliedrige System. Aufgrund der demografischen Entwicklung müssten unter Umständen Klassen zusammengelegt werden. Die Grundschulen vor Ort sollten jedoch erhalten und die Zusammenarbeit mit den Kindergärten intensiviert werden. Zur Förderung von Hochbegabten gebe es positive Ansätze. Ein zentrales Anliegen sieht Marx im Einsatz für die gewerbliche Wirtschaft, auch vor seinem beruflichen Hintergrund. Der gelernte Bankkaufmann bildete sich zum Bankbetriebswirt weiter und leitet seit 1995 die Niederlassung der Volksbank Eifel Mitte in Speicher. "Ich kenne die Sorgen und Nöte der Gewerbetreibenden", sagt Marx, der 15 Jahre lang Vorstandsmitglied im Gewerbeverein Speicher war. Seine Agenda: Existenzgründer fördern, Unternehmensnachfolge regeln, Antragsverfahren vereinfachen und beschleunigen. "Mein Mann ist ein ruhiger Typ, sehr diplomatisch und kann gut zuhören", sagt Margit Marx. Ihr Mann nickt: "Es muss schon viel passieren, damit ich böse werde." Bei der Frage nach einer Schwäche muss er nicht lange überlegen: "Ich habe Höhenangst. Von Leitern halte ich mich fern, und in den Bergen gehe ich lieber auf Nummer sicher." Entspannung findet Hermann Marx bei der Gartenarbeit, im Speicherer Kegelclub Gut Holz 1901 oder beim Kennenlernen anderer Kulturen und Menschen im Urlaub. Bei der Wahl zum FDP-Kreisvorstand vor einigen Wochen avancierte Marx zum stellvertretenden Vorsitzenden, der in zwei Jahren die Vorsitzende Marie-Luise Niewodziczanska ablösen soll. An seinen Absichten auf Landesebene lässt er keinen Zweifel: "Ich will am 26. März gewählt werden und werde im Erfolgsfall das Mandat für den Landtag natürlich auch annehmen."