Mit Schamanen-Kräften gegen Trianel

Mit Schamanen-Kräften gegen Trianel

Ein ungewöhnliches Schauspiel konnte neulich am Rursee bei Schwammenauel beobachtet werden. Dorthin hatte die Schamanin und Ärztin Maria Rongen eingeladen, um "den Geist des Ortes" energetisch zu stärken.

Rursee. Ob die "Geister des Ortes" wirklich hingehört haben, kann niemand mit Bestimmtheit sagen. Auf jeden Fall war es ein ungewohntes Schauspiel, das ihnen die Ärztin und Schamanin Maria Rongen bot. Auch die Künstlerin Luise Kött-Gättner wollte den Geist des Wassers unter anderem durch Singen, Beten sowie Rasseln und Trommeln herbeirufen.
Geister gegen Manager


Bei diesem Ritual ließen sich die Teilnehmer einräuchern, sorgten gegenseitig mit Rasseln für meditative Geräusche und hielten innere Einkehr. Dabei schwang die Hoffnung mit, die Geister könnten die Manager von Trianel insoweit beeinflussen, dass sie das gigantische Pumpspeicherkraftwerk am Rursee ad acta legen.
Rund 50 Menschen waren zum Rursee gekommen, um die Rituale der Schamanin zu verfolgen. Die meisten davon nahmen aktiv an dem Ritual teil. Zahlreiche Geister rief die Schamanin an und bildete dabei um einen inneren Zirkel zwei Lichterkreise. Immer wieder erbat sie Liebe und Schönheit für die Erde. Nachdem die Schamanin, die ein "indianisches Medizinrad" eröffnete, alle möglichen Fürsprecher angerufen hatte, zog sie sich rauchend zurück und übertrug danach weitere Aktionen an die angereisten Gäste.
Emotionale Atmosphäre


Das gesamte Ritual - Feuer, Rauch, spezielle Gewänder oder Gegenstände - erzeugte bei den Beteiligten eine intensive emotionale Atmosphäre. Die Teilnehmer atmeten dabei sogenannte Heildüfte, die von Material herrührten, das die Schamanin aufs Feuer legte. Diese hatte sie einem Fläschchen entnommen, auf dem in großen Buchstaben "Heiliges Holz" stand.
Das Ritual am Rursee geht auf die Initiative von Marianne und Laurenz Bresgen sowie von Miriam Adams zurück. Sie wollen die "Naturgeister vom Rursee" wecken, damit diese mithelfen, ihn als Anziehungspunkt für Erholungssuchende in seiner jetzigen Form zu erhalten.
Ob die Manager von Trianel auf solche Weise eine Eingebung erhalten und ihren Plan aufgeben, wird die Zukunft zeigen müssen. Die überwiegende Mehrheit der Heimbacher Politik würde es freuen, denn man befürchtet, mit dem Pumpspeicherkraftwerk seine touristische Anziehungskraft zu verlieren.
Außerdem wird davor gewarnt, Flora und Fauna am See könnten empfindlich gestört werden. Ulrike Schwieren-Höger, die Vorsitzende der Jungen Alten aus Heimbach, ihr Ehemann, und weitere Mitglieder hatten es sich nicht nehmen lassen, nach ihrem Neujahrsempfang zum Rursee zu fahren. Sie verfolgten dort interessiert das außergewöhnliche Ritual. hlg
Extra

Die Trianel GmbH ist ein Zusammenschluss kommunaler Versorgungsunternehmen. Mit dem Pumpspeicherkraftwerk sollen nach der geplanten Fertigstellung 2019 640 Megawatt Strom produziert werden, genug um 460 000 Haushalte mit Strom zu versorgen. An dem Projekt am Rursee beteiligen sich nach Auskunft der Trianel 35 Stadtwerke aus ganz Deutschland. Dort sollen rund 700 Millionen Euro investiert werden. red/ch

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