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Mit Schwung die Heimat gestalten

Mit Schwung die Heimat gestalten

Drei Gruppen, viele Fleißarbeit und noch mehr Ideen: In Bleialf wurde genau vor einem Jahr der Zukunfts-Check Dorf auf den Weg gebracht. Die Initiative des Eifelkreises Bitburg-Prüm wird dort gut angenommen.

Prüm. Das Leben auf dem Land verändert sich - daran ist nichts mehr zu rütteln. Doch wie genau sich steigender Altersdurchschnitt und sinkende Einwohnerzahlen konkret auf die Gesellschaft auswirken, liegt in den Händen der Bürger. Um sie eng in die Entwicklung ihrer Heimat einzubinden, gründete der Eifelkreis Bitburg-Prüm, erst als Pilotprojekt mit acht Gemeinden, dann schließlich mit insgesamt 170 Teilnehmern, die Initiative Zukunfts-Check Dorf - eine Mischung aus Bestandsaufnahme und Hilfe zur Selbsthilfe. In Bleialf wurde das Programm vor genau einem Jahr angestoßen (der TV berichtete).
Drei Gruppen, viele Helfer


"Zwölf Monate später kann ich nur sagen, dass es sich gelohnt hat. Die Bleialfer sind interessiert und machen mit", sagt die Ortsbürgermeisterin, Edith Baur. Als sogenannte "Kümmerin" ist sie erste Ansprechpartnerin des Bleialfer Zukunfts-Checks. Seit einem Jahr seien drei Gruppen mit der Erfassung von Statistiken, aber auch mit der Entwicklung von neuen Ideen zur besseren Gestaltung des Dorflebens befasst. Das Team Soziales beschäftige sich zum Beispiel mit den allgemeinen Dingen des Lebens und sei dabei breit aufgestellt. Unter anderem wurde ein Bürgerbuskonzept erarbeitet, ein Fragebogen zum Leben in Bleialf an alle Haushalte ausgeteilt und ausgewertet sowie ein neuer Internetauftritt entwickelt. "Hans-Peter Küster und Michael Heinz betreuen nun die Seite ehrenamtlich. "Jetzt sind die Bürger gefragt, die Seiten auch mit Inhalten zu füllen", sagt Edith Baur.
"Bleialf ist toll bei der Sache. Das Interesse ist groß", sagt Edgar Kiewel, Dorferneuerungsbeauftragter des Eifelkreises. Auch Andreas Heiseler, er betreut für den Kreis die teilnehmenden Ortsgemeinden, stellt den Bleialfern ein gutes Zwischenzeugnis aus: "Es geht dort wirklich gut voran." Besonders zu loben sei, dass die Befragung der Anwohner so schnell umgesetzt worden sei. Von 680 angeschriebenen Haushalten schickten 160 die auf Bleialfer Themen zugeschnittenen Fragebögen zurück. "Ein ganz guter Schnitt", sagt Edith Baur.
Auch große Teile der statistischen Erhebungen der Gruppe Leerstand seien fertig, sagt Heiseler. "Ein ziemliche Fleißarbeit. Haus für Haus wird von dem Team erfasst, vor allem auch, um ungenutzte Gebäude zu erfassen", sagt die Ortsbürgermeisterin. Ähnlich sehe es bei der dritten Gruppe aus. "Sie kümmert sich um die Themen Infrastruktur, Gastronomie und Tourismus."
Nicht nur für die Entwicklung der Orte sei die Erhebung wichtig, betont Kiewel. Stünden alle Daten bereit, flössen sie in das Kreisentwicklungskonzept, das damit kein statisches Papier sei, sondern aus den Orten selber mit Leben erfüllt werde.
Interessenten an einer Mitarbeit können sich melden unter Telefon: 06555/931508. Weitere Informationen im Internet auf <%LINK auto="true" href="http://www.bleialf.de" text="www.bleialf.de" class="more"%>
Extra

Bleialf ist neben Schönecken, Pronsfeld und Weins-heim eine von vier über 1000 Einwohner zählenden Ortsgemeinden der Verbandsgemeinde Prüm. Aktuell leben 1204 Menschen in Bleialf (Statistisches Landesamt RLP, Stand 01.2015). Der Ort liegt in Grenznähe zu Belgien und wurde erstmals urkundlich im Jahr 893 im Prümer Urbar erwähnt. aff