"Mit uns ist nicht gesprochen worden"
Die Erweiterung des Bitburger Willibrord-Gymnasiums ist beschlossene Sache. Die Überlegung, auf Räume des Neuerburger Eifel-Gymnasiums auszuweichen, sind vom Tisch (der TV berichtete). Das halten die Fraktionen des Verbandsgemeinderats Neuerburg jedoch für einen großen Fehler, der unnötig viel Geld kostet.
Neuerburg/Bitburg. Immer mehr Schüler, aber nicht genügend Räume. So sieht es zurzeit am Bitburger Willibrord-Gymnasium aus. Um dieses Problem in den Griff zu bekommen, gab es verschiedene Lösungsvorschläge. A: Das Bitburger Gymnasium erweitern. B: Die Otto-Hahn-Realschule, die direkt nebenan liegt, vergrößern. C: Räume am Neuerburger Eifel-Gymnasium nutzen. Der Kreisausschuss hat sich für die Variante A entschieden, die Erweiterung des Bitburger Gymnasiums. Kostenpunkt: 400 000 Euro. Ausschlaggebend für diese Entscheidung war die Prognose der Aufsichts- und Dienstleistungsdirektion (ADD) Trier: Die Schülerzahlen werden in den nächsten Jahren steigen. Die Fraktionen der´s Verbandsgemeinderats Neuerburg halten diese Entscheidung für falsch. "Mit uns, der Verbandsgemeinde, ist überhaupt nicht gesprochen worden. Das wäre im Vorfeld dieser Entscheidung jedoch sehr wichtig gewesen", sagt Norbert Schneider, Bürgermeister der Verbandsgemeinde Neuerburg. "Entscheidung nicht nachvollziehbar"
In einer gemeinsamen Stellungnahme der Fraktionen des VG-Rats Neuerburg heißt es: "Angesichts wesentlich günstiger Alternativen erscheint uns diese Entscheidung schwer nachvollziehbar. Denn das benachbarte Eifel-Gymnasium Neuerburg verfügt bereits jetzt über die nötigen Raumkapazitäten, die am Bitburger Gymnasium erst teuer aufgebaut werden müssten."Nach Einschätzung von Bürgermeister Schneider und seiner Kollegen im VG-Rat müssten Baukosten in Höhe von 400 000 Euro nicht sein: "Wir werden immer angehalten, in der Verbandsgemeinde wirtschaftlich zu handeln. Bei der Kreisverwaltung sollte das nicht anders sein." Als der Vorschlag aufkam, das Bitburger Willibrord-Gymnasium könnte eventuell Räume des Neuerburger Gymnasiums nutzen, war der Aufschrei groß: Das würde bedeuten, dass Schüler aus Bitburg den weiten Weg nach Neuerburg auf sich nehmen müssten, obwohl die Schule direkt vor der Haustür liegt. Schneider sieht das anders: "Es geht uns nicht um die Schüler, die aus Bitburg kommen, sondern um die aus der Peripherie." Für die sei es kein großer Unterschied, ob sie mit dem Bus nach Bitburg oder aber nach Neuerburg führen. Nach Einschätzung der Neuerburger VG-Fraktionen würden durch ein gut organisiertes Beförderungskonzept keine Mehrkosten im Schülertransport entstehen. "Es ist nicht so, dass das Eifel-Gymnasium auf diese Schüler angewiesen wäre", betont VG-Bürgermeister Schneider: "Uns erscheint es nur vernünftig, vorhandene Kapazitäten in Neuerburg zu nutzen und damit die Baukosten von 400 000 Euro zu sparen. Insbesondere weil bekannt ist, dass dass man nur wenige Jahre mit erhöhten Schülerzahlen rechnen kann."