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Mit viel Erde gegen den Lärm

Mit viel Erde gegen den Lärm

BITBURG. Lange haben die Anwohner im Bereich Lessingstraße/Heinrichstraße in Bitburg für den Bau eines Lärmschutzwalls gekämpft. Der Einsatz hat sich gelohnt: Der Erdwall wird gebaut. Der Bund kommt für die Kosten auf. Dafür geben die Anwohner den Teil ihrer Grundstücke ab, auf dem Wall entstehen soll.

Sie ist die wichtigste Verkehrsader in der Eifel - die Bundesstraße 51. Täglich brettern rund 20 000 Autos und etwa 5000 LKW über diese Straße. Tendenz steigend. Mehr Verkehr bedeutet mehr Lärm. Für die Anwohner in den benachbarten Straßen der B 51 gehört der seit Jahren zu ihrem Leben - Tag und Nacht.Eine Lösung, mit der alle leben können

Zumindest rund um die Lessingstraße in Bitburg wird es bald etwas ruhiger. Nachdem es lange Zeit so aussah, als ob ein Lärmschutz an der Finanzierung scheitern würde, da der Eigenanteil der Anlieger zu hoch gewesen wäre, hat man nun eine Lösung gefunden, mit der alle leben können: Auf der östlichen Seite parallel zur Bundesstraße zwischen der Brücke "Heinrichstraße" und der Brücke "Kolmeshöhe" wird ein Erdwall aufgeschüttet. Das bestätigt Harald Enders, Leiter des Landesbetrieb Straßen und Verkehr (LSV) in Gerolstein. "Mit den Anliegern entlang der Lessingstraße sind wir uns grundsätzlich einig", sagte Enders auf TV-Nachfrage. Ohne die Einverständniserklärung der betroffenen Anwohner gehe nichts, da die kostenlos einen Teil ihrer Grundstücke abgeben müssen, damit der Erdwall kommen kann. Nicht jeder war davon gleich begeistert. Mehrere Bürgerversammlungen mussten her. LSV-Leiter Enders erläuterte dabei, welche Konsequenzen der Lärmschutzwall haben werde. "Das wird ein großer Zugewinn an Lebensqualität", ist sich Guido Walscheid aus der Lessingstraße sicher. Er gehört zu den Menschen, die in der Nähe der B 51 leben und den zunehmenden Motoren-Krach nicht länger ertragen wollten. Mehrere Gutachten in den vergangenen Jahren in diesem Bereich der Bundesstraße besagten allerdings, dass der Lärm noch im Rahmen des Erträglichen liege. Der Bund war dadurch nicht verpflichtet, einen Lärmschutz zu bauen. Damit die Menschen, die in der Nähe der B 51 leben, dennoch ihren Schlaf bekommen, wurde 2004 eine Bürgerinitiative gegründet. In Zusammenarbeit mit dem Bitburger Bürgermeister Joachim Streit wurde ein Ingenieurbüro beauftragt, einen Lärmschutzwall zu planen. Und als sich dann die Möglichkeit ergab, die Erde, die beim Bau der Ortsumgehung Wolsfeld anfällt, für den Wall zu bekommen, war der Lärmschutzwall in greifbare Nähe gerückt. "Zurzeit wird der genaue Plan bearbeitet", berichtet Enders. Auch Anwohner unterhalb des geplanten Abschnitts haben laut LSV Interesse bekundet. Ob sich das umsetzen lässt, werde im Moment geprüft. In der vergangenen Woche wurde dort, wo der Wall entstehen wird, vermessen. Der Lärmschutzwall wird aus 20 000 Kubikmetern Erde bestehen. Er soll rund 500 Meter lang und fünf Meter hoch sein. Der Baubeginn wird sich allerdings noch bis Ende 2007 oder Anfang 2008 hinauszögern, da für den Transport der 20 000 Kubikmeter Erde aus Wolsfeld erst noch eine Brücke gebaut werden soll. "Sonst müssten die ganzen Lastwagen durch den Ort fahren", erklärt Enders. Die Bauarbeiten werden rund zwei Monate dauern. Der Verkehr auf der B 51 wird jedoch zweispurig weiterlaufen. Die Transportkosten für die Erde und für die Begrünung des Walls übernimmt der Bund. "Das ist alles sehr ungewöhnlich abgelaufen. Der Bund wäre rechtlich nicht dazu verpflichtet gewesen, diese Kosten zu übernehmen", lobt LSV-Leiter Enders die Vorgehensweise. Und auch Anwohner Walscheid ist zufrieden: "Das ist perfekt gelaufen. Nicht nur die direkten Anwohner haben etwas davon, auch der gesamte Bitburger Stadtteil profitiert davon."