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Mit Windkraft sparen: In der Verbandsgemeinde Arzfeld ist das jetzt möglich.

Windkraft: VG Arzfeld lässt für Bürger Zinsen springen : Verzinste Brise, verbriefter Kurs

Windkraft gibt Geld: Die Verbandsgemeinde Arzfeld bietet ihren Bürgern einen Sparbrief zu Konditionen, die man sonst eher nicht bekommt. Von Montag an kann man ihn beantragen, knapp zwei Wochen lang.

Welchen Zinssatz erhält man derzeit auf einem regulären Sparbuch? Die Schätzung von Andreas Kruppert, Bürgermeister der Verbandsgemeinde Arzfeld: „Quasi nix.“ Oder nur unwesentlich mehr. Irgendwas mit einer Null vor dem Komma. Im Schnitt 0,2 bis 0,25 Prozent nämlich.

Für alle, die in der Verbandsgemeinde wohnen, soll sich das Sparen aber dann doch ein bisschen mehr lohnen: Und zwar mit dem sogenannten Windsparbrief, für den man von Montag, 3. Juni, bis Freitag, 14. Juni, einen Antrag stellen kann. Zwei Prozent Zinsen im Jahr garantiert die Kommune bei einer Laufzeit bis 2024. Maximal 4000 Euro kann jeder Einwohner anlegen, der kleinste Betrag sind 1000 Euro.

Das gäbe immerhin schon einen Zwanziger im Jahr pro Sparer-Nase. Und je größer die Summe, desto dicker natürlich der Zinsertrag. Legen bei einem Ehepaar Mann und Frau je 4000 Euro an, macht das zusammen schon 160 Euro im Jahr.

Klar, so viel muss man erstmal zum Anlegen haben. Aber: Lohnen würde sich das dann schon. Und wäre keinen Schwankungen unterlegen.

„Wir hatten ja versprochen, dass wir mit der Windkraft eine große regionale Wertschöpfung kriegen“, sagt Andreas Kruppert. Und von den neuen Anlagen im Zuge der Energiewende sollen in der Kommune eben nicht nur die Ortsgemeinden und die Eigner der Grundstücke etwas haben, auf denen die Rotoren stehen. Sondern, genau, „jeder Bürger“.

Sofern sich er oder sie oder alle ein bisschen beeilen: Knapp zwei Wochen lang läuft die Antragsphase. „Wir haben ein Kontingent von einer Million Euro, die gesamt angelegt werden können“, sagt Kruppert. Und wenn es am Ende ein wenig mehr werde als die Million, dürfte auch das funktionieren.

Und danach kassiert man eben seine Zinsen – „völlig ohne Risiko“. Geregelt wird der Sparbrief über die Geldinstitute in der Verbandsgemeinde, die Kreissparkasse und die Raiffeisenbank, die das Konto verwalten und das Geld auszahlen. Tatsächlich kommt es aber aus den Erträgen der VG-eigenen Windkraft-GmbH. „Es war immer unsere Absicht, dass die Leute von dem Projekt profitieren“, sagt Andreas Kruppert. „Das ist der nächste Baustein in unserem System – dass auch Müller, Meyer und Schmitz etwas davon haben.“

Tatsächlich soll der aktuelle Windsparbrief keine einmalige Angelegenheit bleiben: Man habe durchaus das Ziel, sagt Kruppert, dass für die gesamte Dauer des Windkraftbetriebs eine solche Geldanlage für die Bürger ermöglicht werden soll.

Aber was da wirklich machbar sei, werde sich erst noch zeigen – es müsse alles sinnvoll sein, sagt der Bürgermeister. „Das ist vom dann geltenden Zinsniveau abhängig.“

Das Antragsformular ist im Amtsblatt veröffentlicht worden. Man erhält es auch unter www.vg-arzfeld.de oder kann es per E-Mail anfordern, an info@vg-arzfeld.de. Auskunft erteilt Klaus Theis in der VG unter 06550/974158, E-Mail: Klaus.Theis@vg-arzfeld.de