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Mit Zusammenhalt und Mini-Häusern in die Zukunft?

Wie wohnen wir bald? : Startet Bitburg mit Zusammenhalt und Mini-Häusern in die Zukunft?

Beim einem Workshop in Bitburg werden Wohnformen für die Zukunft vorgestellt. Leben wir bald in winzigen, fahrenden Gebäuden?

Wie und wo sollen wir in Zukunft leben? Der Wohnungsmarkt befindet sich im Wandel. Durch den demografischen Wandel werden die Menschen immer älter. Zudem werden die Haushalte immer kleiner: Mittlerweile lebt etwa drei Viertel der Menschen in einem Ein- oder Zweipersonenhaushalt. Die Tendenz ist ebenso steigend wie die Höhe der Mieten. Laut Mietspiegel sind die Wohnungspreise in Bitburg in den vergangenen sechs Jahren um 30 Prozent gestiegen. Dieser Entwicklung darf nicht tatenlos zugesehen werden, findet der Ortsverband der SPD Bitburg.

„Wir brauchen ein Angebot an unterschiedlichsten Wohnkonzepten mit guter Durchmischung von jung und alt, Familien und Singles, Menschen mit hohem und niedrigem Einkommen sowie der Integration von Kranken und Behinderten“, sagt der Vorsitzende des Ortsverbands, Heiko Jabobs. Wie diese Konzepte aussehen könnten, das hat die SPD in einem Workshop zur Diskussion gestellt und verschiedene Optionen dargelegt. Etwa 50 Menschen nahmen am Workshop teil. Welche Möglichkeiten haben wir?

Solidarische, integrative Nachbarschaft am Beispiel des Quartierskonzeptes Schammatdorf
Die Stadt Trier als Vorbild? Das in den 70er-Jahren entwickelte Konzept verfolgt den Gedanken, einen Wohnbereich zu schaffen, in dem selbstständig lebende Menschen zusammen mit solchen wohnen, die auf Hilfe angewiesen sind. Gegenseitige Hilfe steht auf der Tagesordnung. Die Menschen leben in sogenannten Wohnhöfen, die zweigeschössig sind. Außerdem gibt es einen Hofbereich, der die Möglichkeit zur Pflege von Kontakten bietet. Das Schammatdorf ist größtenteils barrierefrei.  In den 144 Wohnungen, von denen 44 barrierefrei gehalten sind, wohnen zur Zeit etwa 280 Menschen. Dass dieses Konzept eins zu eins auf Bitburg übertragen werden könnte, schließt der Vorsitzende Norbert Hellenthal jedoch aus: „Die Umsetzung und der Erfolg eines solchen Projekts sind von einer Vielzahl von Faktoren abhängig, die so nie wieder im Zusammenspiel greifen werden.“ Als Vorbild diene das Schammatdorf aber durchaus: „Es wäre schön, wenn in Bitburg ein gemeinschaftliches Wohnprojekt errichtet werden könnte, für das durchaus Elemente des Schammatdorfkonzepts „Pate“ stehen könnten.“

Genossenschaftliches Bauen und Wohnen, NaWoDo - Nachbarschaftlich Wohnen

In Dormagen, einer Kleinstadt zwischen Köln und Düsseldorf, gibt es ein eigentlich simples Konzept. Dort hat sich die NaWoDo (Nachbarschaftlich wohnen in Dormagen) gegründet. In dieser Genossenschaft versammeln sich 23 Wohnparteien, die jeweils Eigenkapital in einen Pott einzahlen. Mit dieser Sicherheit wurde ein Kredit bei der Bank aufgenommen, durch den ohne Investor eine Wohnanlage gebaut wurde. Die Miete der einzelnen Wohnparteien dient gleichzeitig als Kredittilgung. „Das hat den Vorteil, dass die Miete nie steigen wird“, sagt Johannes Thönneßen, Vorstand der NaWoDo. Wenn der Kredit abgezahlt ist (laut Berechnungen nach 25 Jahren), dann wohnen die Genossen mietfrei. Die Wohnungen sind zwischen 50 und 120 Quadratmeter groß. Als Einlage veranschlagt NaWoDo 600 Euro pro Quadratmeter. Das macht 72 000 Euro für eine 120 Quadratmeter große Wohnung zwischen Köln und Düsseldorf. Dazu kommen 9,50 Euro Miete (und Tilgung) pro Quadratmeter und Monat.

Kleine Häuser als Schlüssel zum leistbaren Wohneigentum, Kompakte Wohnformen mit viel Lebensraum

Klein aber oho: „Tiny Houses“ oder „kleinste Häuser“ sind – wie der Name schon sagt – die kleinste Form der Wohngebäude. Sie sollen auf nahezu winzigem Raum all das vereinen, was man zum Leben braucht. Dabei ermöglichen sie, bei einem kleinen Budget trotzdem, ein eigenes Dach über dem Kopf zu haben. Diese Möglichkeit stellte Matthias Dimmer, Inhaber des Architekturbüros Dimmer, im Workshop vor.

Dabei sollen die Häuser besonders kompakt und platzsparend sein. Der Komfort soll darunter nicht leiden. Oft kommen die Mini-Häuser auch auf Rädern daher. Was man nicht unbedingt braucht, lässt man weg. Außerdem stellte Dimmer die Möglichkeit der gemeinsamen Nutzung von verschiedenen Räumen innerhalb eines Wohnhauses vor.