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Mitarbeiter, die Gold wert sind

Mitarbeiter, die Gold wert sind

GEROLSTEIN. (mh) Mehr Betreuung und weniger Stress für ältere Mitarbeiter: Die Westeifel-Werke (WEW) haben nun eine so genannte Entlastungsgruppe eingerichtet. Ein Teil der Investitionskosten von rund 30 000 Euro wurde mit Zahngold-Spenden finanziert, zu denen Zahnärzte aus der Vulkaneifel aufgerufen hatten.

Annähernd 20 000 Euro hat die "Zahnärztliche Initiative Vulkaneifel", der rund 30 Zahnärzte angehören, gesammelt und je zur Hälfte der Kinderkrebsstation im Mutterhaus Trier sowie den Westeifel-Werken in Gerolstein gespendet. Im Werk in der Brunnenstadt ist dadurch nun eine Entlastungsgruppe geschaffen worden. "Wir haben einen dringenden Bedarf, besonders unseren alten und älter werdenden, geistig behinderten Mitarbeitern mit geeigneten Arbeits- und Betreuungsangeboten gerecht zu werden", sagte Ferdinand Niesen, Geschäftsführer der WEW. Niesen machte deutlich, dass gerade für diese Menschen die Arbeit enorm wichtig für das Selbstwertgefühl sei, auch wenn altersbedingt die Leistungsfähigkeit stark abnehme. In der Entlastungsgruppe, der zwölf Mitarbeiter angehören, wird ohne hohen Leistungsdruck gearbeitet, zudem werden die Menschen pädagogisch und ergotherapeutisch besonders betreut. Vor dem Hintergrund, dass der Altersdurchschnitt der behinderten WEW-Mitarbeiter kontinuierlich steige, sagte Geschäftsführungsmitglied Hermann Dahm, der für die begleitenden Dienste zuständig ist: "Damit haben wir zunächst den Sofortbedarf gedeckt, und bis Ende des Jahres werden wir auch im Werk in Hermesdorf ein solches Angebot schaffen." Weitermachen mit ihrer Sammlung wollen auch die Zahnärzte der Region. "Wir freuen uns sehr, dass mittlerweile viele unserer Patienten von der Spendenaktion wissen. Wir haben sogar schon erlebt, dass einige Leute alte Goldringe oder Ketten mit in die Praxis gebracht haben", berichtet Dr. Michael Luy aus Daun. Zunächst geht es aber darum, altes Zahngold aus Kronen und Brücken von Patienten zu sammeln. Denn die haben nach Auskunft der Zahnärzte nur einen geringen Wert für die Patienten, da das Trennen des Golds von anderen Edelmetallen aufwändig und teuer ist. Anders sei dies aber, wenn man größere Mengen zusammenbekomme, verweist Luy auf den beachtlichen Erfolg der mittlerweile zum vierten Mal veranstalteten Sammlung.