Mobilität

Zu unserem Bericht "Auf dem Land sind Teenager nur bedingt mobil" (TV vom 21. Dezember) schreibt dieser Leser:

Mein Sohn Matthias hat im Alter von 16 Jahren am 1. August vergangenen Jahres eine Ausbildungsstelle in Nerdlen angefangen. Wir wohnen in Kelberg. Eine Busverbindung gibt es nicht. Das heißt: Die Eltern müssen jeden Morgen und Abend hin und her fahren. Pro Tag macht das 32 Kilometer - eben vier Mal die Strecke von acht Kilometern. Hinzu kommt: Die Berufsschule ist in Wittlich. Das sind 46 Kilometer für eine Strecke. Auch dieser Weg muss von den Eltern gefahren werden. Das heißt, pro Berufsschultag sind das 184 Kilometer - vier Mal 46 Kilometer. Teilweise ergeben sich schon mal Fahrgemeinschaften zur Berufsschule. Aber die Hälfte der Zeit fahren wir unseren Sohn auch dorthin. Eine Busverbindung nach Wittlich existiert zu den Zeiten der Berufsschule nicht. Auf Nachfragen bei der Kreisverwaltung Daun erhielt ich - ähnlich wie die Eltern des Jungen, der in dem Artikel vorgestellt wird - ebenfalls die Antwort, dass man keine Chance hat, einen Führerschein, beziehungsweise eine eingeschränkte Fahrerlaubnis mit 16 oder 17 Jahren zu bekommen, um den Weg zur und von der Arbeit selbst zurückzulegen. Vor 30 Jahren wurde das wesentlich legerer gehandhabt. Dazu kommt auch noch, dass die Kosten die Fahrten für die Eltern im Rahmen der Steuer nicht abzusetzen sind. Da fühle ich mich auch finanziell im Stich gelassen. Das bedeutet: Den größten Teil der Zeit und auch des Geldes müssen die Eltern allein aufbringen. Horst Schmitt, Kelberg