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Möbelhaus wieder unter dem Hammer

Möbelhaus wieder unter dem Hammer

Für "Schnäppchenjäger" gut, für die Eigentümer und Gläubiger eher bitter: Bei Zwangsversteigerungen wechseln Immobilien oft für 50 bis 70 Prozent ihres Wertes den Besitzer. Am Dienstag kommt das ehemalige Möbelhaus Graf in der Auwer Straße unter den Hammer - zum zweiten Mal, denn beim ersten Termin gab keiner ein Gebot ab.

Bleialf. Das Möbelhaus Graf in Bleialf blickt auf eine lange Tradition zurück. Wer eine neue Einrichtung suchte, konnte 55 Jahre lang in der Schneifelgemeinde fündig werden. Doch der Wind in der Möbelbranche weht rau, gegen die großen Möbelriesen sind kleinere Betriebe oft chancenlos.

Fortführung des Betriebs aussichtslos



Im August 2006 wurde das Insolvenzverfahren über das Bleialfer Unternehmen Möbel Graf eröffnet (der TV berichtete). Da eine Sanierung wegen zu hoher Verbindlichkeiten nicht mehr sinnvoll erschien, wurde es nicht mehr weitergeführt. Bereits im September 2003 trennte sich die Unternehmensleitung vom Standort Auwer Straße. Ein weiteres Betreiben der Filiale sei bei der wirtschaftlichen Lage nicht mehr möglich, erklärte Thomas Aigner, Geschäftsführer der Graf Möbel GmbH, damals.

Nun kann das Gebäude in der Auwer Straße am Dienstag, 13. Januar, um 14 Uhr im Amtsgericht Bitburg ersteigert werden. Beim ersten Versteigerungstermin wurde kein Gebot abgegeben. Peter Michaeli, zuständig für Zwangsversteigerungen bei der Kreissparkasse Bitburg-Prüm, weiß aber von einigen Interessenten. Deshalb rechnet er am Dienstag auch mit einem Zuschlag. "Besonders hervorzuheben ist die gute Lage der Immobilie im aufstrebenden Ort Bleialf nahe des Autobahn-Anschlusses", sagt er.

Auf den rund 4 100 Quadratmetern Fläche steht eine Lagerhalle, die 1973 erbaut und 1979 erweitert wurde und sich in einem den Baujahren entsprechenden Zustand befindet.

Bei einem Gebot unter 70 Prozent des Verkehrswertes im ersten Termin versagt das Amt den Zuschlag. Beim zweiten Termin fallen jedoch die Wertgrenzen. Nun müssen mindestens 50 Prozent des Verkehrswertes geboten werden.

Küchenstudio ist das Herzstück



Der Gutachter legte diesen beim Grundstück in der Auwer Straße auf 280 000 Euro fest.

Das "Herzstück" des Unternehmens, das Küchenstudio in der Bahnhofstraße, hat einen Verkehrswert von 324 000 Euro. Beim ersten Versteigerungstermin am 20. November 2008 gab jedoch ebenfalls keiner ein Gebot ab.

"Es wäre für Bleialf gut, wenn sich im innerörtlichen Bereich wieder Gewerbe ansiedeln würde", sagt Elmar Clemens von der Raiffeisenbank Westeifel. Erfahrungsgemäß beraume das Amtsgericht nach einem halben Jahr einen zweiten Termin an, sagt er.

Nicht zum Thema äußern wollte sich Bleialfs Ortsbürgermeisterin Edith Baur, da es sich um Privatangelegenheiten handele.