Mötscher ärgern sich über Fluglärm

Mötscher ärgern sich über Fluglärm

Seit Jahren ärgern sich die Menschen in Mötsch über den Lärm, der vom benachbarten Flugplatz ausgeht. Mal sind es laute Motorsportveranstaltungen auf dem Rollfeld, mal sind es Sportflieger, die über Mötsch ihre Runden drehen. Leidtragende und Verantwortliche haben sich zusammengesetzt. Jetzt soll alles besser werden.

Bitburg. Josef Klein hat einen dicken Ordner, in dem er alles aufbewahrt: den gesamten Briefwechsel zum Flugplatz und zahlreiche Zeitungsartikel. Wahrscheinlich wird demnächst auch dieser Artikel im Ordner abgeheftet. Schließlich handeln auch die folgenden Zeilen vom Flugplatz. Von Hobby- und Sportfliegern, die in Bitburg starten und landen und sich dabei nicht immer an den vorgegebenen Flugkorridor halten. Von Motorsportveranstaltungen. Von Rennen mit aufheulenden Motoren und quietschenden Reifen. Und von Menschen in Mötsch, die sich darüber seit Jahren ärgern. Zu diesen Menschen zählt auch Josef Klein. Er ist Ortsvorsteher in Mötsch. Er hofft, dass es nun besser wird.
Vor kurzem gab es ein Treffen im Rathaus, an dem neben Bürgermeister, Beigeordneten und Mitgliedern des Mötscher Ortsbeirats auch zwei Mitglieder der Interessengemeinschaft Flugplatz Bitburg (IFB) teilgenommen haben. Die IFB ist ein Zusammenschluss aus Unternehmern und Piloten, die nach dem Kauf der Gesellschafteranteile des gescheiterten Projektentwicklers Frank Lamparski und des Eifelkreises 78 Prozent der Flugplatz Bitburg GmbH besitzen. Und die nun einiges ändern wollen.
Das zumindest ist der Eindruck, den Klein vom Gespräch hat. Das bestätigt auch IFB-Geschäftsführer Eugen Wallesch auf TV-Anfrage. "Wir sind von uns aus bemüht, die Sachen, die lärmintensiv sind, abzustellen", sagt Wallesch, der von einem harmonischen und konstruktiven Treffen spricht. Ähnlich sieht das auch Ortsvorsteher Klein, der froh ist, endlich mal Gehör gefunden zu haben. "Bislang hat es keinen gestört, wenn wir uns beschwert haben", sagt Klein. Er hofft nun, dass die neuen Gesellschafter stärker darauf achten, dass die Piloten auch die Flugkorridore einhalten.Ruhe im Wald gestört


Doch es sind ja nicht nur die Flugzeuge, sondern auch die Motorsportveranstaltungen, von denen sich Anwohner in Mötsch je nach Windrichtung besonders gestört fühlen. "Irgendwann war einmal von drei angekündigten Veranstaltungen pro Saison die Rede gewesen, doch mittlerweile sind wir schon bei bis zu 20 unangekündigten", sagt Heiko Jakobs, Mitglied des Mötscher Ortsbeirats. Mit Erholung und Ruhe im Mötscher Wald sei es dann vorbei, fügt er hinzu.
In Aussicht gestelltes Ziel der IFB ist es laut Klein, die Zahl störender Motorsportveranstaltungen zu reduzieren. Inwieweit davon der Eifel Motor Sport Club (EMSC) betroffen sein wird, bleibt abzuwarten. Denn auch dieser nutzt das Rollfeld für seine Veranstaltungen - allerdings im überschaubaren Rahmen, wie EMSC-Präsident Christoph Schackmann erklärt.
"Wir haben höchstens drei Veranstaltungen pro Jahr", sagt Schackmann, der bei dem Treffen ebenfalls dabei war. Er betont, dass sein Verein nichts mit dem Lärm quietschender Reifen zu tun habe, der in Mötsch des Öfteren aus Richtung Flugplatz wahrgenommen würde. Von "wilden Rennen", die sich junge Autofahrer abends und am Wochenende auf den breit ausgebauten und leeren Straßen des Flugplatzes liefern würden, spricht Ortsvorsteher Klein, der damit ein weiteres Problem hat, das gelöst werden muss.
Das allerdings dürfte nur mit Hilfe der Polizei funktionieren. Denn bei dem Treffen im Rathaus waren ja so einige anwesend. Aber wohl niemand, der sich in seiner Freizeit an illegalen Autorennen beteiligt.Extra

Erst vor wenigen Tagen war in Mötsch laut Ortsvorsteher Josef Klein in den Abendstunden erneut der Lärm quietschender Reifen aus Richtung Flugplatz zu hören. Bis zur Polizeistation im Bitburger Stadtgebiet ist dieser Lärm jedoch nicht durchgedrungen. "Von wilden Rennen auf dem Flugplatz ist uns nichts bekannt", sagt Wolfgang Zenner von der Polizeiinspektion Bitburg, der solche Vorkommnisse aber auch nicht ausschließt. "Natürlich sehen wir auch hin und wieder Gummiradierungen auf der Straße", fügt er hinzu. "Doch bevor wir davon erfahren, hat sich die Sache längst erledigt." Allerdings sei die Polizei auf dem Flugplatz durchaus präsent, betont Zenner. "Bedingt durch die Gastronomie sind wir am Wochenende regelmäßig dort unterwegs." uhe