Molkerei-Trockenwerk in Pronsfeld soll im Mai wieder in Betrieb gehen

Molkerei-Trockenwerk in Pronsfeld soll im Mai wieder in Betrieb gehen

Der Trockenturm der Arla-Molkerei (früher Milch-Union Hocheifel) in Pronsfeld (Eifelkreis Bitburg-Prüm), der am 26. Dezember durch zwei Explosionen stark beschädigt worden war, soll nach aktuellem Stand im Mai wieder in Betrieb genommen werden können, wie das Unternehmen mitteilt. Die Untersuchungen zur Ursache des Malheurs am zweiten Weihnachtsfeiertag sind unterdessen noch nicht abgeschlossen.

Bisher lägen immer noch keine abschließenden Erkenntnisse zur Ursache und zum Ausmaß des Schadens vor, teilt Arla-Sprecherin Sandra Mies mit. Die Untersuchungen seien noch nicht beendet, noch immer seien mehrere Sachverständige damit befasst, weitere Gutachten zu erstellen.

"Zu Beginn der Woche ist mit der Demontage der betroffenen Anlagenteile begonnen worden", sagt Jürgen Wolf, Arla-Standortleiter in Pronsfeld. "Während dieses Vorgangs werden die Gutachter die Teile nochmals genau unter die Lupe zu nehmen haben, um exakt auf die Ursache schließen zu können."

Die Sachverständigen hätten noch einmal darauf verwiesen, dass die Ursachenforschung in solch einem Fall kompliziert sei. Allerdings stehe mittlerweile fest, "dass nur der Zuluftbereich der Anlage betroffen ist", sagt Wolf. Der Brand und die Explosionen hätten zwar in der Zuluftfilteranlage größeren Schaden angerichtet, weitere Bereiche seien allerdings unbeschadet geblieben.

Bei dem Schmorbrand am zweiten Weihnachtstag war niemand verletzt worden. Einen noch größeren Schaden verhinderten die eingebauten Überdrucksicherungen am 42 Meter hohen Gebäude, das im vergangenen Jahr für 65 Millionen Euro errichtet worden war. Mehr als 70 Einsatzkräfte rückten aus, sie brachten den Brand folgenden Morgen unter Kontrolle.

Die Produktion von Milchpulver ist in Pronsfeld vorerst eingestellt. Die für das Trockenwerk vorgesehenen Milchmengen werden größtenteils über andere Anlagen in Pronsfeld oder an weiteren Standorten des Konzerns verarbeitet.

Zur Genossenschaft von Arla Foods mit Produktionsstandorten in zwölf Ländern und fast 20 000 Beschäftigten gehören mehr als 12 000 Milchbauern in Dänemark, Deutschland, Großbritannien, Belgien, Luxemburg und Schweden. Die weltweit viertgrößte Molkereigenossenschaft - mit Hauptsitz im dänischen Viby - verkauft ihre Erzeugnisse in mehr als 100 Ländern. Nach dem Beitritt der Milch-Union Hocheifel im Herbst 2012 - eine Fusion der Eifeler mit dem deutschen Partner Humana scheiterte vor sechs Jahren am Widerstand der Bauern - ist Arla in der Bundesrepublik das drittgrößte Molkereiunternehmen. Der Konzern verzeichnete 2012 einen Umsatz von 9,4 Milliarden Euro. Nach der Fusion mit Pronsfeld und einer weiteren Molkerei in Großbritannien soll der Jahresumsatz auf fast 11 Milliarden Euro steigen.

Pronsfeld gilt als der größte Arla-Einzelstandort. Mehr als 2600 Landwirte aus der Eifel und den Nachbarregionen liefern ihre Milch in die Eifeler Molkerei, in der etwa 900 Beschäftigte arbeiten.

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