Momentan schwitzen die Arbeiter

Momentan schwitzen die Arbeiter

Kaputte Fliesen, bröckelnder Putz, milchige Glasscheiben und Wasser in Ecken und Kanten, wo es eigentlich nicht hingehört: Weil die vergangenen 20 Jahre an der Bitburger Sauna nicht spurlos vorübergegangen sind, wird sie derzeit für rund 500 000 Euro saniert. Bis zum Herbst soll alles fertig sein.

Bitburg. Eine Staubspur zwischen Kasse und Tür lässt schon von außerhalb erkennen, dass hinter dieser Tür Ausnahmezustand herrscht. Denn normalerweise wird hinter der Tür sehr viel Wert auf Hygiene gelegt. Wer mit Straßenschuhen im Dampfbad oder mit einer Arbeitshose in der Schwitzstube erwischt wird, muss mit einem Anschiss rechnen. Doch wird auf diese strenge Handhabung momentan verzichtet. Was schlicht daran liegt, dass von Schwitzstube und Dampfbad derzeit nur die Grundrisse zu erkennen sind. Der Grund: Der Innenbereich der Sauna im Bitburger Cascade Erlebnisbad wird komplett renoviert. Das heißt: Schwitzen dürfen dort in diesen Wochen nur die Arbeiter.
Neue Leitungen fürs Wasser


Gut eine halbe Million Euro investiert die Stadt in die Sanierung der rund 20 Jahre alten Einrichtung. "Und das meiste davon verschwindet hinter den Fliesen", sagt Cascade-Geschäftsführerin Elfriede Grewe. Die Installationen werden erneuert. "Alles, was mit Wasser zu tun hat, muss aufgrund der neuen Trinkwasserverordnung entsprechend geändert werden", erklärt Grewe. Zudem seien seinerzeit beim Bau der Sauna Bereiche nicht richtig isoliert oder aber nicht ausreichend abgedichtet worden, was zu Feuchtigkeitsschäden geführt habe, fügt sie hinzu. Abgesehen davon habe auch die Zeit ihre Spuren hinterlassen. So sei beispielsweise eine Saunahütte während des Abbaus mehr oder weniger zusammengebrochen.
Noch hängen überall von oben Elektroleitungen zwischen den Belüftungs- und Heizungsrohren herunter. Doch in wenigen Wochen werden all diese Installationen hinter neuen Decken versteckt sein.
Ebenfalls verschwinden werden dann auch die nicht mehr zeitgemäßen Fliesen. "Jetzt kommt man weg von dem Blau", sagt Grewe. Stattdessen werde die Sauna nun in Beige-Tönen gefliest. Und was die römischen Wandmalereien betrifft, so gehören auch diese der Vergangenheit an. Das habe man vor 20 Jahren halt so gemacht, erklärt Grewe die gemalte Szenerie einer römischen Sauna.
Bauarbeiten im Zeitplan


Laut Planung sollen die Bauarbeiten bis Ende September abgeschlossen sein. Die Cascade-Chefin hat keinen Zweifel daran, dass das hinhaut. "Wie liegen absolut in der Zeit", sagt sie, so dass mit Beendigung der Freibadsaison auch der Saunabetrieb wieder starten könne.
Was die Außenanlage (nicht die Außenterrasse) betrifft, so ist diese auch während der Bauphase geöffnet. Wie Grewe sagt, hätten die Saunabesucher viel Verständnis dafür, dass das Saunaangebot nur eingeschränkt zur Verfügung stehe. Dafür wurde auch der Eintritt um die Hälfte reduziert. Und eine Renovierung war auch aus Sicht vieler Saunagäste fällig, wie TV-Umfragen im Vorfeld der Bauarbeiten gezeigt hatten.