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Morgen startet in Kyllbad die Freibadsaison.

Freizeit : Erst mal ins Wasser – und dann weitersehen

Morgen startet im Kyllbad die Freibadsaison. Wann das Bad öffnet, steht also fest, wann es aber endlich saniert wird, hingegen nicht.

(uhe) „Me muss och jönne könne“, sagt ein rheinisches Sprichwort. Und das sagt auch Josef Junk, selbst wenn ihm das im konkreten Fall nicht so ganz leicht fällt. Es ist ja nicht so, dass der Bürgermeister der Verbandsgemeinde Bitburger Land es der benachbarten VG Südeifel nicht gönnt. Das Problem ist nur: Der Nachbar bekommt vom Kuchen das größte Stück, während die VG Bitburger Land leer ausgeht. Für diese Verteilung gibt es Gründe, die wahrscheinlich auch nachvollziehbar sind. Ärgerlich ist es trotzdem. Man muss auch gönnen können. Was einen aber nicht daran hindert, gleichzeitig auch enttäuscht zu sein.

Knapp 3,7 Millionen Euro Zuschuss wurden der Verbandsgemeinde Südeifel für die Sanierung ihres Hallenbads zugesichert. Das Geld stammt aus dem Bundesprogramm zur Sanierung kommunaler Einrichtungen und ist der höchste Betrag, der aus diesem gedeckelten Programm im gesamten Bundesgebiet ausgezahlt wird. Wer den Zuschlag erhält, kann mit einer bis zu 90 prozentigen Förderung der veranschlagten Sanierungskosten rechnen. Auch die VG Bitburger Land hatte an diesem Programm teilgenommen und auf einen Zuschuss zur Sanierung des Kyllburger Freibads gehofft. Doch daraus wurde nichts. Nun hofft die Verbandsgemeinde, möglicherweise bei einem anderen Förderprogramm zum Zug zu kommen. Denn dass die Anlage erhalten werden soll, darüber ist man sich im Rat der VG längst einig. „Wir wollen das Freibad auf jeden Fall sanieren“, sagt Junk. Nur ist es mit dem Bekenntnis zum Erhalt der Anlage allein nicht getan.

Was eine Sanierung kosten würde, hängt vom Umfang der Maßnahme ab. Ob also beispielsweise die Anlage in ihrem derzeitigen Bestand komplett saniert oder aber gegebenenfalls auch verkleinert wird. „Wir könnten uns vorstellen, die Becken wie in Oberweis mit Edelstahl auszukleiden“, sagt Junk. Ein Pool aus Edelstahl ist zwar teurer als eine Verkleidung mit Folie, dafür aber auch langlebiger. Zudem lässt sich das Wasser in einem Edelstahlbecken bei direkter Sonneneinstrahlung schneller aufheizen. Der Energiebedarf wäre also unter Umständen deutlich geringer.

Im aktuellen Haushalt der VG veranschlagt sind 3,5 Millionen Euro. Davon sind 370 000 Euro in diesem Jahr für die Planung vorgesehen und der Rest dann in den kommenden beiden Jahren für die Umsetzung der Maßnahme.

Im großen Stil saniert wurde das in den 1960er Jahren errichtete Freibad zum letzten Mal vor mehr als 30 Jahren. Damals wurden umgerechnet rund 1,3 Millionen Euro investiert. Wie viel diesmal fällig wäre, hängt vom Sanierungsumfang ab. Was auf jeden Fall erneuert werden muss, sind die Innenverkleidungen der Schwimmbecken, die Umkleidekabinen, der Duschbereich und vor allem die Technik.

So wird die mehr als 30 Jahre alte Wärmepumpe des Freibads mit einem Kältemittel betrieben, das im Handel gar nicht mehr erhältlich ist. Sollte die Pumpe also ausfallen, dürfte sie laut gesetzlicher Vorgabe nicht mehr repariert werden. Das heißt, das Badewasser ließe sich dann nur noch durch die Sonneneinstrahlung aufheizen.

Momentan funktioniert die Wärmepumpe noch. Muss sie auch. Denn am Samstag, 18. Mai,  startet in Kyllburg die Freibadsaison. Die Vorbereitungen dazu laufen auf Hochtouren. Und auch für den Freibad-Kiosk wurde zwischenzeitlich ein Pächter gefunden. „Größere Instandhaltungsarbeiten waren im Winter nicht nötig“, sagt Junk. Es gebe zwar zweifelsohne einen großen Sanierungsbedarf, räumt der Bürgermeister ein, doch für sein Alter sei das Freibad durchaus noch in einem gepflegten Zustand.