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Mozart-Matinee mit Melodien und Marzipan

Mozart-Matinee mit Melodien und Marzipan

Die Mozartwochen sind in vollem Gang. Im Schloss Malberg kam es zu einer dreifachen Matinee für alle Sinne, während das Leibniz Trio mit einem Doppelkonzert in Bitburg und Bollendorf begeisterte.

Kyllburg/Bitburg/Bollendorf. "Das Anspruchsvolle an Mozart ist, seine Emotionalität so herauszuspielen, dass er nicht zu schnulzig, aber auch nicht zu trivial klingt", erklärt die Violinistin Byol Kang im Schloss Malberg. Offensichtlich hat sie es entsprechend hinbekommen - die rund 50 Zuhörer auf Schloss Malberg haben den Auftritt Kangs und ihrer Mitmusikerin Barbara Buntrock an der Viola jedenfalls offensichtlich genossen.
Im Rahmen der Mozartwochen wurde dort zu einer musikalischen, literarischen und kulinarischen Matinee zu "Mozarts Parisreise" geladen.
Den literarischen Teil bestritt der Intendant der Mozartwochen, Georg Mais: Der las aus einem Briefwechsel zwischen Mozart, dessen Vater, seiner Bäsle und seiner Mutter vor. Der junge Mann von 21 Jahren war 1777 zusammen mit seiner Mutter auf dem Weg von Salzburg nach Paris. Doch dorthin führte ihn nicht der direkte Weg, er gelangte über Augsburg und Mannheim in die französische Hauptstadt. In Mannheim traf er auf seine erste große Liebe Aloysia Weber, die Sängerin werden wollte. Aber ein Paar wurden sie nicht.
So setzten Mozart und seine Mutter ihre Reise nach Paris fort, eine Stadt voll unbeschreiblichen Drecks, wie sie es in einem Brief an ihren Mann Leopold formulierte. "Mozart hat zwar viele Termine, aber macht keine lukrativen Geschäfte", schrieb sie weiter. Der Mutter ging es gesundheitlich nicht gut. Ihr Kampf, der sie schließlich das Leben kostete, dauerte zwei Wochen.
Als enttäuschtes Genie, vom Schicksal zerzaust, kehrte Mozart schließlich zurück nach Hause. Die Schulden seines Vaters waren unzählig hoch. Mit der Familie Weber, zu der Aloysia gehörte, die inzwischen Sängerin geworden war, verband ihn nach wie vor eine Freundschaft. So heiratete er wenige Jahre später ihre Schwester Constanze Weber.
Die Musik auf Schloss Malberg klingt dazu so lebendig, modern und aktuell wie die Lebensgeschichte des genialen Künstlers selbst. Mal schnell, mal langsam, verträumt, gespannt, fröhlich oder traurig.
"Das ist das schöne an Mozart, seine Musik klingt zeitgemäß und nicht verstaubt, obwohl sie so alt ist", sagt Barbara Buntrock nach dem Konzert.
Rainer Wirtz, Bürgermeister der Verbandsgemeinde Kyllburg, dankte dem Trio, dass "Sie mir und den Zuhörern Mozart, seine Lebensgeschichte und das Verständnis für seine Musik noch ein Stückchen näher gebracht haben."
So aufregend wie die Musik war auch, was Eifelkoch Thomas Herrig und sein Team im Anschluss servierten: Feine Kürbissuppe, Eifeler Hirsch mit Preiselbeer-Sauce, Blaukraut und Knödel sowie ein Dessert aus "Gefrorenem, Gebackenem und Luftigem" von, natürlich, der Mozartkugel.
Auch das "Leibniz Trio" nahm das Publikum auf zwei Konzerten mit auf Mozarts Pfade: Zunächst gingen 150 Gäste den ersten Teil dieses Weges im Bitburger Haus Beda mit, einen Tag darauf taten dies rund 40 Mozartbegeisterte beim zweiten Teil auf Schloss Weilerbach in Bollendorf. Das Klaviertrio mit Nicholas Rimmer am Klavier, Hwa Won Pyon an der Violine und Lena Wignjosaputro am Violoncello intonierte neben Mozarts Musik auch Werke von Franz Schubert auf beeindruckende Weise.
Zusätzlich wurden auf beiden Konzerten auch Werke völlig anderer Klangfarben geboten. Darunter das erste Trio des französischen Impressionisten Claude Debussy oder die zehn Variationen über Wenzel Müllers Lied "Ich bin der Schneider Kakadu" von Ludwig van Beethoven. Außerdem erklang Joseph Haydns Klaviertrio Nr. 41.
Von Mozart selbst wurde zur Eröffnung das Divertimento B Dur KV 254 des großen Salzburger Meisters geboten.