Mozart zu Gast in Bleialf

BLEIALF. Die vierte Folge der Konzertreihe Bleialfer Kirchenmusik war eine Reverenz an Wolfgang Amadeus Mozart, dessen Geburtstag sich zum 250. Mal jährt. Geistliche Werke des großen Komponisten erklangen.

Was wäre geistliche Musik ohne die sakrale Atmosphäre eines Gotteshauses. Mozarts "Missa brevis in G-Dur", Köchelverzeichnis (KV) 49, eins der wohl schönsten Werke geistlicher Chor- und Orchestermusik, stand im Mittelpunkt einer auserlesenen Programmfolge. Kirchenchor und Kammerphilharmonie wurden den hohen Anforderungen Mozart'scher Kompositionskunst in vollem Umfang gerecht. Harmonische Bereicherungen

Obgleich die Missa brevis in G-Dur (Mozart schrieb sechs Missae breves) gar nicht so kurz ist, wie es dem Namen nach den Anschein hat, erwiesen sich die nach dem Gloria eingefügte Kirchensonate in C-Dur, KV 328, ein Halleluja-Kanon und nach dem Credo auch das Offertorium "Sancta Maria, Mater Dei", KV 273, als äußerst harmonische Bereicherungen. Zuvor war die Serenade Nr. 13 in G-Dur, KV 525, erklungen. Ein nicht alltäglicher Musikgenuss. Ist doch ansonsten meist nur das Allegro zu hören. Als "eine kleine Nachtmusik" hatte Mozart die Serenade in sein "Verzeichnis aller meiner Werke" eingetragen. Wie sehr bereits einfache Kompositionen vom Genius Mozart geprägt sind, zeigten die beiden Kirchenlieder "O Gotteslamm" und "Als aus Ägypten Israel". Das vierstimmige geistliche Madrigal "God is our refuge" (Gott will uns Stärke und Zuversicht sein, KV 20) ist eine der ersten Vokalkompositionen des jungen Mozart. Es blieb indes seine einzige Vertonung eines englischen Textes. Voll den Erwartungen des Auditoriums entsprach auch das Divertimento D-Dur (KV 136). Ebenso wie das zuvor Gehörte machte es deutlich, warum Mozarts einzigartige Kompositionen für Millionen Menschen weit mehr bedeuten als bloßes Musik-Hören. Mit dem "Ave verum corpus" und begeistertem Applaus endete ein herrlicher Konzertabend. Nachdenkliche Worte fand eine sichtlich ergriffene Konzertbesucherin angesichts der 626 im Köchelverzeichnis enthaltenen Mozart-Werke: "Welchen noch viel reichhaltigeren kulturellen Schatz hätte das Jahrtausend-Genie Mozart der Nachwelt geschenkt, wären ihm mehr als nur 35 Lebensjahre vergönnt gewesen."

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