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Müll illegal im Wald entsorgt

Müll illegal im Wald entsorgt

Elektroschrott mitten in der idyllischen Natur: Im Staatswald Ernzen haben Unbekannte illegal Müll entsorgt. Das Forstamt Neuerburg hat nicht zum ersten Mal mit dem Problem zu tun: Bei Echternacherbrück ist zuletzt ein Parkplatz abgesperrt worden, nachdem dort zwei Mal unerlaubt Autoreifen beseitigt wurden.

Ernzen/Neuerburg. In der Nähe des Naturdenkmals Tanzkillbuchen im Ernzener Staatswald, südlich von Ferschweiler, türmte sich der Müll am Rand des Waldwegs: Kühlschrank, Herd, Abrissmaterial - eben jede Menge "sperriges Zeug", sagt Rudolf Becker, Büroleiter des Forstamts Neuerburg. Unbekannte haben den Elektroschrott vor wenigen Wochen dort abgeladen - Hinweise seien beim Forstamt bisher keine eingegangen.
Kostenlose Abgabe


"Es ist mir unerklärlich, warum Leute so was machen", sagt Becker. Sperrmüll und Elektroschrott könne ja kostenlos abgegeben werden - allerdings gibt es immer weniger Sammelstellen, besonders im Süden des Kreises (siehe Extra). Den Müll aber einfach im Wald zu entsorgen, könne Folgen für die Umwelt haben - etwa wenn Kühlmittel in den Erdboden gelangen. "Die Leichtfertigkeit ärgert mich", sagt Becker. Und der Gedanke, dass sich "ein Dritter schon drum kümmert".
Aber so ist es: Als Grundstückseigentümer ist das Forstamt verpflichtet, den Schrott auf eigene Kosten wegzubringen - in diesem Fall: etwa 350 Euro. "Der Kreis übernimmt dann die Kosten für die Entsorgung", sagt Becker. Es ist bereits der dritte Fall im Ernzener Staatswald innerhalb eines Jahres: Ein ehemaliger Parkplatz an einem Waldweg bei Echternacherbrück lag anscheinend günstig für Müllsünder, die alte Autoreifen loswerden wollten. Weil die Gemeinde, mit der ein Pachtvertrag für den Parkplatz bestand, das nicht mehr auf sich nehmen wollte, sind dort mittlerweile Schranken angebracht worden.
"Auch hier wissen wir nicht, wer das war", sagt Becker. Er hofft immer noch darauf, dass vielleicht doch jemand etwas beobachtet hat und zumindest zum jüngsten Fall Hinweise liefern kann. Es reiche doch schon, wenn man sich das Kennzeichen notiere oder mit dem Handy ein Foto mache - dann seien die Täter überführt.
Und das bedeutet: Bei unerlaubten Müllablagerungen wie diesen kommt auf den Müllsünder laut Kreisverwaltung meist ein Bußgeldverfahren zu. Handelt es sich dabei aber um giftige Abfälle wie Asbest oder Öl, ist parallel auch ein Strafverfahren möglich.
Hinweise an das Forstamt Neuerburg, Telefon 06564/96070.
Extra

Im Süden des Eifelkreises Bitburg-Prüm gibt es immer weniger Sammelstellen für Elektroschrott. So gibt es in der Stadt Bitburg gar keine kommunale Rücknahmestelle mehr, im Gebiet der ehemaligen Verbandsgemeinde Irrel nur noch eine: in Bollendorf. Wer alte Elektrogeräte loswerden will, muss unter Umständen also weite Wege zurücklegen. Die Idee eines Gilzemers, in Eisenach eine Privatdeponie einzurichten, lehnte die Kreisverwaltung jedoch ab - mit der Begründung, dass der Mann nicht immer vor Ort sein könne, eine ständige Beaufsichtigung aber notwendig sei, damit es dort nicht zu illegalen Ablagerungen komme. eibExtra

Richtig viel Müll sind Leute im Wald bei Ernzen losgeworden. Das ist nicht erlaubt - und gut für die Umwelt ist es auch nicht. Aber auch im Kleinen passiert so etwas oft, das kennt doch jeder: Da wirft jemand mal ein Tempo achtlos auf den Boden statt in den Mülleimer oder Plastikabfall aus dem fahrenden Auto. Und weil das so ist, organisieren die Gemeinden manchmal sogenannte "Dreck-weg-Tage": Dann sammeln Freiwillige gemeinsam den Müll auf. Das müsste aber alles gar nicht sein: Jeder sollte auf seine Sachen achten - auf die, die er wegwirft, genauso wie auf die, die er wertschätzt. Und dann hätten wir auch kein Problem mit dem Müll. eib