Müll in Bitburg wird endlich abgeholt: Eine willkommene Abfuhr

Umwelt : Müll in Bitburg wird endlich abgeholt: Eine willkommene Abfuhr

Weil die Müllabfuhr Ende Januar nicht gekommen ist, hatte sich der Abfall in der Bitburger Fußgängerzone zum Problem entwickelt. Am Donnerstag werden die Tonnen endlich geleert. Die gelben Säcke bleiben aber noch eine Weile liegen.

„Also, sowas hab ich ja noch nie gesehen“, sagt der Mann zu seiner Frau. Auch sie rümpft die Nase über die vielen Tonnen, an denen das Paar vorbeischlendert. Aus einem Müllsack, der auf dem Boden vor den Behältern liegt, quillen Nudeln, Plastikverpackungen und alte Brötchen. Der Beutel ist wohl aus einem der Behälter herausgefallen. Kein Wunder: Bis oben hin sind sie mit Abfall vollgestopft, sodass der Deckel nicht mehr drüberpasst.

Aber nicht nur vor dem Haus der Jugend ist der Müll zum Problem geworden. Volle Tonnen und lose Säcke flankieren die gesamte Fußgängerzone von Bitburg. Und jeden Tag kam bis heute ein Beutel hinzu.

Ende Januar hatte die Müllabfuhr der Firma Remondis es nämlich nicht in die Innenstadt geschafft. Zu hoch lag der Schnee. Einen Nachholtermin konnte oder wollte der Zweckverband Abfallwirtschaft in der Region Trier (A.R.T.) allerdings nicht anbieten, sodass die Restmülltonnen sich immer weiter füllten (der TV berichtete).  Erst am Donnerstag werden die Tonnen geleert. Das hat einige Anwohner geärgert. Besonders streng haushalten mit ihren Abfällen, mussten die Gastronomen in der Fußgängerzone. Denn die produzieren besonders viel Müll.

„Wir mussten jede Menge Säcke in der Garage lagern“,   sagt Stavros Koutsoudaki, Chef des Restaurants Akropolis in der Hauptstraße: „Man hätte uns wenigstens Bescheid sagen müssen, dass die Tonnen nicht abgekippt werden.“ Der Grieche hatte sich schon gefragt, was los war mit der Müllabfuhr, sagt er. Auch im Tee- und Eifelladen des Europäischen Berufsbildungswerkes, ein paar Häuser weiter, fällt viel Müll an. „Wir kriegen jeden Tag einen blauen und einen gelben Sack voll“, sagt Sophia Nesges: Zwei Wochen auf den nächsten Abfuhrtermin zu warten, findet sie „schon lange“. Zum Glück hat das Geschäft aber hinter dem Haus einen eigenen Lagerplatz für die Tonnen, sodass sie nicht auf der Straße stehen müssen.

Das ist laut Abfallfibel des A.R.T. ohnehin nicht erlaubt. Ebensowenig übrigens, die Tonnen bis oben hin vollzustopfen, sodass sich der Deckel nicht mehr schließen lässt. Wochenlang haben viele Bitburger die Behälter aber nach dem ausgefallenen Abfuhrtermin trotzdem stehen lassen. Womöglich auch, weil einige gar nicht genug Lagerplatz in Haus oder Wohnung haben.

Auch auf der Facebook-Seite der Bitburger Redaktion sorgte das Thema übrigens für Unmut. Nach der Veröffentlichung des ersten Artikels zum Thema schrieb ein Nutzer etwa: „Als die Müllabfuhr früher noch komplett kommunal organisiert war, hat das besser funktioniert.“ Beschwichtigende Stimmen gab es aber auch. „Es wird keiner sterben wenn einmal der Müll nicht abgeholt wird“, heißt es in einem Kommentar, der prompt von einer Nutzerin gekontert wurde: „Weißt du, was eine volle Mülltonne bedeutet wenn man Familie hat??“

Beschwerden gab es in den vergangenen Wochen auch beim Zweckverband. Doch trotz der Kritik heißt es in Mertesdorf: Bürger hätten nach dem Ausfall einer Abholung keinen Anspruch auf einen Nachholtermin. Und dieser wäre logistisch auch gar nicht umzusetzen. Die Tourenpläne der Firmen seien voll.

In Wittlich aber wurden sie jüngst geändert, was einige Eifeler auf die Palme brachte. Auch in der Säubrennerstadt blieben Ende Januar wegen des Schnees die gelben Säcke stehen. Vergangenes Wochenende hat die Firma Veolia letztere aber abgeholt. Wegen der „Gesamtsituation in der Stadt“ hatte sich die Verbandsleitung des A.R.T. aber für eine Ausnahme eingesetzt. Zuständig für den Plastikmüll ist der Zweckverband aber nicht, sondern die sogenannten Dualen Systeme. Die hatten den Nachholtermin in Wittlich dann möglich gemacht.

Bis die gelben Säcke in Bitburg verschwinden, müssen die Bürger sich hingegen noch eine Weile gedulden. Denn sie werden nicht am Donnerstag zusammen mit dem Restabfällen abgeholt, sondern erst am 27. Februar.

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