Müllabfuhr kommt nicht: Auszeit für die Tonnen in der Eifel

Umwelt : Müllabfuhr kommt nicht: Auszeit für die Tonnen in der Eifel

In Bitburg, Prüm und Teilen der Vulkaneifel quellen Abfalltonnen über. Vielerorts warten Menschen nach dem Wintereinbruch auf die Müllabfuhr. Sie werden sich wohl noch Wochen gedulden müssen. Anders läuft es in Wittlich.

Ein gelber Sack rollt über die Mötscher Straße. Der Wind spielt mit dem Plastikbeutel, der eine Spur aus Bechern, Trinktütchen und anderem Abfall hinter sich herzieht. Auch in der Bitburger Fußgängerzone ist der Müll derzeit allgegenwärtig. Kartons stapeln sich in der Schakengasse. Tonnen stehen seit Tagen vor den Häusern, quellen über. Aus den Deckeln dringt ein Gestank nach verfaultem Gemüse. Auf dem Boden: plattgetretener Abfall.

In Prüm sieht es etwas besser aus. Aber auch hier blieb vergangene Woche so mancher Abfalleimer ungeleert, wie Stadtbürgermeisterin Mathilde Weinandy bestätigt. Genauso lief es in Teilen der Vulkaneifel: Die Biotonnen in Schalkenmehren, Nerdlen und Gillenfeld sind ebenfalls nicht abgeholt worden.

Müll in der Bitburger Innenstadt. Foto: TV/Christian Altmayer

Der Grund dafür waren heftige Schneefälle am vergangenen Donnerstag (der TV berichtete). Eigentlich sollten an diesem Termin die Restabfälle und gelben Säcke in den beiden größten Eifelstädten abgeholt werden. Am Abfuhrdatum kamen Bürger und Gemeindearbeiter mit dem Räumen und Streuen aber nicht hinterher. Für die  Müllwagen der Firma Remondis gab es im zentimeterhohen Weiß laut Betriebsleiterin Andrea Heinze daher kein Durchkommen.

Müll in der Bitburger Innenstadt. Foto: TV/Christian Altmayer

Die Verkehrswege in der Abteistadt seien einigermaßen befahrbar gewesen, auch wenn die Müllabfuhr es nicht in jede Gasse geschafft habe. In Bitburg allerdings hätten die Laster keine Chance gehabt.

Müll in der Bitburger Innenstadt. Foto: TV/Christian Altmayer

Inzwischen hat sich das Wetter geändert. Die Temperatur ist etwas hochgeklettert, der Schnee geschmolzen. Trotzdem lässt die Müllabfuhr weiter auf sich warten. Das liege aber nicht an  Remondis, sagt Heinze, sondern am Auftraggeber des Unternehmens: dem Zweckverband Abfallwirtschaft in der Region Trier (A.R.T.). Denn der entscheide letztlich, wer wann wie und wo Müll einsammelt.

Müll in der Bitburger Innenstadt. Foto: TV/Christian Altmayer

Dort hat es, wie eine Sprecherin des kommunalen Entsorgungsbetriebs bestätigt, bereits einige Beschwerden von Bürgern gegeben. Wie viele Anrufe und E-Mails aus der Eifel eingingen, kann die Mitarbeiterin nicht beziffern. Mancher war aber wohl verärgert, so lange mit vollen Tonnen haushalten zu müssen. Einige lagern den Müll in Garagen und Kellern. Andere, die keinen Platz dafür haben, stellen ihn auf die Straße. Obwohl das laut A.R.T. nicht erlaubt ist.

Volle Mülltonnen am Prümer Hahnplatz. Foto: Fritz-Peter Linden

Die schlechte Nachricht: Abgeholt werden die Restabfälle der Bitburger und Prümer erst nächste Woche Donnerstag, 14. Februar, Altpapier und gelbe Säcke am 27. Februar – also zum nächsten regulären Abfuhrtermin. Einen Anspruch darauf die ausgefallene Sammlung nachzuholen, gebe es nämlich nicht, wie eine Sprecherin des A.R.T. schreibt: „Dies ist wegen der feststehenden und ausgefüllten Tourenpläne leider nicht möglich.“

Da den Entsorgungsunternehmen bekannt sei, wo die Laster am Donnerstag nicht hingekommen seien, hätten die Bürger aber Sonderrechte. „Ausnahmsweise“ dürfen sie Abfall in Säcke oder Kartons packen und neben die Tonnen stellen. Die Müllabfuhr nehme diese dann kostenfrei mit.

Anders wurde die Sache in Wittlich gehandhabt. Auch hier fiel die Abfuhr der blauen Altpapiertonnen und der gelben Säcke am Donnerstag aus. Hier hat sich die Verbandsleitung des A.R.T. aber beim Abfuhrunternehmen Veolia dafür eingesetzt, dass zumindest der Plastikmüll am Samstag abgeholt wird. Offenbar gab es bei der Recyclingfirma noch Kapazitäten.

Bürger können sich  unter Telefon 0651/9491/441 oder E-Mail: info@art-trier.de an den Service des A.R.T. wenden.

Mehr von Volksfreund