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MÜLLENTSORGUNG

Zu unserem Bericht "Deponieprojekt Strohn: Behörde ist wieder am Zug" (TV vom 22. März) schreibt diese Leserin:

Die Ablehnung vonseiten des Gemeinderats kann man nur unterstützen. Wozu aber das Angebot einer Verlängerung des Pachtvertrages? Die Zukunft in Strohn liegt doch eindeutig in der Weiterentwicklung des Tourismus im Gesundland Vulkaneifel! Und nicht in weiteren Jahrzehnten Lavaabbau oder sogar in 50 Jahren Deponiebetrieb mit Lärm, Staub und täglich 20 Lastwagen-Anfuhren für jährlich bis zu 100 000 Tonnen Abfall, die zu 80 Prozent von außerhalb des Kreisgebiets kommen sollen und deren Harmlosigkeit fragwürdig ist. Ganz zu schweigen von der millionenschweren Haftungsfrage der Gemeinde als Grundstückseigentümerin, wenn die Abdichtung zum Grundwasser in einem für eine Deponie von belasteten Abfällen geologisch und technisch völlig ungeeigneten Lava/Vulkankörper versagt und die "Abfall-GmbH & Co. KG" zu geringe Sicherheiten gestellt hätte oder finanziell ausfallen sollte. Vulkanmuseum, Alfbachdurchbruch, Wanderwege und das Naturschutzgebiet "Wartgesberg" bieten für Urlaub und Erholung in Strohn gute Voraussetzungen.Weniger Rücksichtnahme


Noch bessere, wenn der Abbau mit Auslaufen oder Kündigung des Pachtvertrags beendet wird und die stillgelegte Grube in die Biotopvernetzung, wie auch im Landesentwicklungsprogramm gefordert, in das anschließende Naturschutzgebiet integriert wird. Eine unnötige Verlängerung des Pachtvertrages, weil der Betreiber mit Forderungen auf Schadenersatz für seinen Planungsaufwand gedroht hat? Obwohl er natürlich weiß, dass nicht die Gemeinde für die Deponiegenehmigung zuständig ist. Er weiß sicherlich auch, dass seine Planung mit Aussicht auf Millionengewinne von dieser Genehmigung durch Fachbehörden abhängig ist und in sein ureigenes Unternehmerrisiko fällt. Der Erste Beigeordnete der Gemeinde erklärt, dass er den Grubenbetreiber und Pächter als "verlässlichen Partner" in seinem Interesse an Planungssicherheit unterstützen will. Hat er das angedrohte Betretungsverbot wegen einer Bürgeranfrage zur Zwischenlagerung von obskuren Straßenabfällen in der Grube vergessen? Die früher übliche Verfüllungsauflage ist heutzutage jedenfalls nicht mehr vertretbar, da ehemalige Steinbrüche hochwertige "Biotope aus zweiter Hand" darstellen und somit zu schützen sind. Auch und gerade in Strohn mit seinen guten Voraussetzungen für den Naturschutz. Also lieber Gemeinderat von Strohn: weniger Rücksichtnahme auf Geschäftspartner und dafür mehr Beachtung der Bürger! Elke Zinke, Daun