Müller macht's

KYLLBURG. Der Machtwechsel ist perfekt: Winfried Müller ist neuer Bürgermeister in der Kurstadt. Von den abgegebenen 561 Stimmen vereinte der Herausforderer 305 Stimmen auf sich. Amtsinhaber Otto Böcker erreichte 246 Stimmen.

Gegen 18 Uhr füllen sich die Stühle in den Zuschauerreihen. Die Kyllburger sind sehr gespannt auf das Ergebnis. Wahlleiter Klaus Marxen beendet punkt 18 Uhr die Wahl. Schnell steht die Wahlbeteiligung fest. Sie liegt bei knapp 66 Prozent erfreulich hoch. Der Anteil der Briefwähler ist höher als bei der ersten Wahl. Kandidat Winfried Müller kommt kurz nach sechs ins Wahllokal. Befragt nach seiner Einschätzung antwortet er eher nervös: "Mir ist ganz komisch im Magen". Der bisherige Amtsinhaber Otto Böcker bleibt ge-lassen, zieht aber dennoch schnell dreimal an der Zigarette, die ihm von einer CDU-Frau gereicht wird. Böcker: "Die Frage ist, wie wandern die Wähler?" Thomas Etteldorf, einer der neuen Hoffungsträger der Christdemokraten, stärkt Böcker den Rücken. Auch die Unterstützer von Winfried Müller formieren sich. Alois Keppers sitzt bereits seit geraumer Zeit in der ersten Reihe. Er hatte seinen Hut im ersten Wahlgang in den Ring geworfen. Am Samstagvormittag noch hat er für Müller geworben - mit einem Stand vor dem Supermarkt. Um 18.40 Uhr gibt Klaus Marxen das vorläufige Ergebnis bekannt: "Wahlberechtigt waren 854 Bürgerinnen und Bürger. 561 Stimmen wurden abgegeben. Die Wahlbeteiligung liegt damit bei 65,96 Prozent. Auf den Bewerber Otto Böcker entfallen 246 Stimmen, auf den Kandidaten Winfried Müller 305 Stimmen. Damit ist Winfried Müller zum Stadtbürgermeister gewählt. Der sichtlich überraschte Wahlsieger ergreift das Wort: "Ich bedanke mich bei den Kyllburgern für die hohe Wahlbeteiligung, die mir zum Sieg verholfen hat. Ich danke meinem Vorgänger für die geleistete Arbeit. Dann habe ich noch ein Anliegen: Die Sachen, die sie angestrebt haben, Kirmes und so weiter, vertreten sie da noch die Stadt in meinem Auftrag", sagte Müller. Dieser Wunsch wurde mit Gelächter der Unterlegenen quittiert. Dem Wahlverlierer Otto Böcker steht die Enttäuschung ins Gesicht geschrieben. "Ich habe die Arbeit sehr gerne gemacht und viel Zeit investiert. Das Vertrauen, das ich in fünf Jahren verloren habe, war offensichtlich in zwei Wochen nicht aufzuarbeiten", sagt Böcker. Als mögliche Gründe für seine Niederlage führt er an, "dass die Menschen es an den zwei, drei großen Themen festgemacht haben. Die alte Kyllbrücke und der Kurfürst, diese Dinge lastet man mir an". Groll verspüre er aber nicht.