Multimedial bis emotional

BRANDSCHEID. Fulminante Erfolgsbilanz für den Theaterverein "Schwarzer Mann" mit dem multimedialen Projekt "Verlorene Jugend": 14 statt der ursprünglich geplanten acht Aufführungen waren restlos ausverkauft. Der Erfolg hat sich bis ins Mainzer Kulturdezernat herumgesprochen.

"Wir sind eines von 16 Kulturprojekten im Land, das einen Zuschuss erhält", erzählt Lambert Lehnertz, Pressewart des Theatervereins, freudestrahlend. Die Laienschauspieler werten den Zuschuss aus Mainz als "kleines Sahnehäubchen". Viel mehr zählt für sie die positive Resonanz von hunderten an Zuschauern. Geschichtsträchtig ist der Inhalt des Stückes "Verlorene Jugend", das in der Nachkriegszeit im deutsch-belgischen Raum spielt. Multimedial präsentieren es die Akteure auf drei Bühnen (Erzählung, Theater und Kino). "Der Run auf die Karten war total verrückt. Wir haben etliche nach Koblenz, Trier, Düsseldorf und sogar Stuttgart geschickt", berichtet Lehnertz. 14 statt acht Aufführungen stellte der Verein auf die Beine. "Wir hätten noch weitermachen können, aber einige Darsteller konnten den Aufwand beruflich und privat nicht mehr vereinbaren", erklärt Lehnertz. Regisseur, Drehbuchautor und Kameramann Manfred Klein will bis Herbst eine DVD und einen großen Bild-Text-Band zu dem Stück produzieren. Mit einer Mischung aus Stolz und Wehmut erinnert er sich: "In den Gesichtern der jungen Zuschauern konnte man nach der Aufführung sehen, dass etwas hängen geblieben ist, und die Älteren kamen oft auf mich zu und sagten: Ja, so war es." Authentizität hatte Klein in der gut zweijährige Vorbereitungsphase groß geschrieben: Er hielt sich in vielen Passagen an die Überlieferungen von Zeitzeugen und drehte an zwölf authentischen Plätzen. Als der letzte Vorhang gefallen war, weinten viele der Darsteller hinter der Bühnenkulisse. Christine Scheuern verrät: "Der letzte Auftritt war sehr emotional. Bei einigen Szenen hatte ich Tränen in den Augen". Obwohl ihre anstehende Gesellenprüfung jetzt ihre ganze Aufmerksamkeit fordert, bedauert sie: "Es ist schade, dass es zu Ende ist. Wir sind zu einer kleinen Familie zusammengewachsen."