Mundart in Bitburg: Wer schwätzt am besten Platt?

Brauchtum : Mundart in Bitburg: Wer schwätzt am besten Platt?

„Muselfränkisch iewer all Grenzen“ heißt es am Donnerstag, dem Tag der Muttersprache, im Hotel Eifelbräu in Bitburg. Dann wetteifern Mundartkünstler um die Gunst des Publikums.

Es sind keine Politiker, die hier bei einem Gipfeltreffen zusammen kommen und mehr oder weniger kluges Zeug schwätzen. Am Donnerstag, 21. Februar, ist der internationale Tag der Mundart. Und aus diesem Anlass gibt es in Bitburg um 19.11 Uhr ein Gipfeltreffen der besonderen Art: Büttenredner wetteifern mit ihren Dialekt-Beiträgen um die Gunst des Publikums.

„Maach op de Klapp, äwer nummen op Platt“ ist das Motto der Veranstaltung, die von Werner Pies, Ehrenvorsitzender der Kulturgemeinschaft Bitburg, und Mundartsängerin Sylvia Nels organisiert wird. Beide sind exzellente Kenner der moselfränkischen Mundart.

Platt ist nicht gleich Platt. Die Aussprache unterscheidet sich von Ort zu Ort. Verstanden wird man trotzdem. Foto: TV/Fritz-Peter Linden

So erzählt der ehemalige Lehrer Pies der Reporterin aus dem Ruhrgebiet, was es mit dem Moselfränkischen auf sich hat. Vor allem aber, in welchem Gebiet es gesprochen wird. Das Gebiet des Moselfränkischen ist recht groß – und ein großer Teil davon liegt gar nicht so nah an der Mosel. Da ist es nur logisch, dass es auch beim Moselfränkischen kein richtiges oder falsches Platt gibt. Von Ort zu Ort wird halt unterschiedlich gesprochen.

So werden wohl auch die Büttenredner beim „Poetry Slam“, wie es auf Neudeutsch heißt, schwätzen, wie ihnen der Schnabel gewachsen ist. Fünf bis sieben Minuten darf jeder Beitrag maximal dauern. Bei den Vorträgen geht es nicht nur um Sprache und Inhalt, sondern um ein Gesamtpaket mit Mimik, Gestik und Verkleidung.

Die Teilnehmer müssen, falls sie in Bitburg im Eifelbräu eine Büttenrede für eine Kappensitzung zum Besten geben wollen, diese straffen, damit der Beitrag die vorgegebene Zeit nicht übersteigt. Abstimmen wird das Publikum mit grünen Bierdeckeln, wer ihnen am besten gefällt. „Es geht nicht ums Gewinne“, sagen Nels und Pies übereinstimmend. Wichtig sei der Spaß und die Freude am Dialekt. Damit genug Zuhörer kommen, sind alle Teilnehmer aufgefordert, ihre Fans mitzubringen.

Beim Wettbewerb, der von der Kulturgemeinschaft veranstaltet wird, gibt es eine Vorrunde und eine Endrunde. Bei der Vorrunde treten die Teilnehmer aus Bitburg und Umgebung gegeneinander an, da diese vielleicht mehr Freunde mitbringen können, da sie keine weite Anreise haben. Der Sieger aus der Bitburger Vorrunde muss sich dann gegen den Gewinner aus der Vorrunde der Teilnehmer aus dem Altkreis Prüm und der Südeifel behaupten.

Für die Teilnehmer, die einen der Preise, bei denen es sich um Münzen in unterschiedlicher Anzahl in einem kleinen Säckchen handelt, bedeutet dies, dass sie zwei Vorträge im Gepäck haben sollten. Sylvia Nels wird den Abend moderieren und auch musiklalisch begleiten. Außer Konkurrenz werden der 14-jährige Simon Körsten und der Luxemburger George Calteux auftreten und das Publikum unterhalten.

Doch was macht den Reiz des Dialektes aus? „Es geht um die Verbundenheit mit der Region“, sagt Werner Pies. Die Welt sei offener geworden, aber das Platt sei ein Stück Heimat. Früher hätten auf dem Dorf alle Kinder Platt gesprochen, heute sei das nicht mehr so. Pies selbst wuchs in Hüttingen auf und lernte den Dialekt von anderen Kindern. Bei ihm daheim wurde keine Mundart gesprochen. Werner Pies und Sylvia Nels sind außerdem davon überzeugt, dass das Beherrschen des Platts auch für das Gehirn nützlich ist: „Die Kinder wachsen zweisprachig auf.“

Teilnehmen werden voraussichtlich: Rosi Nieder, Herforst, Irmgard Lorscheider, Hütterscheid, Anneliese Altenhof, Preist, Robert Görgen, Oberweis, Rüdiger Schausen, Daleiden, Wolfgang Gasper, Hüttingen/Bitburg, Karl Bosse, Bitburg, Hans Weber, Bitburg, Roland Feltges, Mötsch. Weitere Anmeldungen sind möglich per E-Mail sylvia.nels@gmx.de oder über Facebook.

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