MUNDART

Zum Leserbrief von Anita Adams, "Eifeler können Konjunktiv" (TV vom 10. Oktober), schreibt diese Leserin:

Liebe Frau Anita Adams aus Kirchweiler, ich danke Ihnen für Ihren Leserbrief, weil er möglicherweise bei einigen Lesern ein weiteres Nachdenken über unser Eifeler Platt in Gang gesetzt hat (och wenn eych dobei net goot wegkum). Dass pressemäßig nicht immer alles genauso rüberkommt, wie man sich das vorgestellt hat oder wie man es selbst formulieren würde, das ist schon bei wichtigeren Leuten vorgekommen als bei mir. Sie haben Recht, natürlich gibt es auch in Platt Nebensätze. Und dass es viele Mundartwörter gibt, für die man im Hochdeutschen nach Umschreibungen suchen muss, davon erfährt der Leser eben in diesem Büchlein "Opa, wat seyn Noupen?", darüber singt mein Mann Lieder, und immer noch lernen wir beide im Gespräch mit den Gästen bei Lesungen in unterschiedlichen Eifelregionen neue Begriffe. Dass man aber Platt nicht eins zu eins aus dem Hochdeutschen übersetzen kann, dass in der mundartlichen Umgangssprache völlig andere Satzbildungen erfolgen und dass es mit emotionalen Worten schon etwas schwieriger ist, darüber dürften wir uns einig sein. Denn was auch immer sich unsere Vorfahren im Bett auf dem Strohsack unter der Steppdecke so zugeflüstert haben, von Liebe, zärtlichen Gefühlen, atemberaubender Sehnsucht und so weiter haben sie sicher nicht gesprochen. Vielleicht flüsterten sie ja (mit Konjunktiv): "eych kinnt deych fräßen"? Da uns beiden offensichtlich grundsätzlich an der Mundart gelegen ist, schlage ich vor, dass weder Ihnen noch mir noch einmal beim Lesen der Zeitung "de Kamp schwillt", sondern dass wir uns lieber mit allen Eifeler Mundart-Befürwortern gemeinsam für den Erhalt dieses wertvollen Kulturgutes einsetzen. Rosi Nieder, Herforst