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Murengasse bleibt Holperstrecke

 Vom „Grünen See“ aus kann man durch die Murengasse in die Stadt laufen. Doch zurzeit ist das Gässchen wenig einladend. TV-Foto: Frank Göbel
Vom „Grünen See“ aus kann man durch die Murengasse in die Stadt laufen. Doch zurzeit ist das Gässchen wenig einladend. TV-Foto: Frank Göbel
Bitburg. Entscheidung vertagt: Der Bauausschuss der Stadt Bitburg hat gestern den Ausbau der Murengasse verschoben. Die Mehrheit hat dafür gestimmt, damit zu warten, bis feststeht, wie die Fußgängerzone werden soll. Stefanie Glandien

Bitburg. Nach dem Kobenhof sollte die Murengasse aufgehübscht werden. Doch daraus wird vorerst nichts. Der Bauausschuss der Stadt Bitburg hat die Entscheidung vertagt. Joachim Schneider von der CDU hatte den Antrag gestellt, den Ausbau zurückzustellen, bis die Fußgängerzone überplant wird. Dem Antrag stimmten neun Mitglieder zu, drei waren dagegen, eines enthielt sich. Natur- oder Betonstein?

Die Verwaltung wollte die Murengasse im gleichen Standard wie die Straße Kobenhof ausbauen. Vorgesehen war ein bogenförmig verlegtes Naturstein-Kleinpflaster, um den Altstadtcharakter herauszustellen. Die Baukosten dafür sind mit knapp 166 000 Euro kalkuliert. Bei einem Ausbau mit Betonsteinpflaster liegen die Gesamtkosten bei rund 119 000 Euro. Zum jetzigen Zeitpunkt würde sich das Land an den Kosten nur mit etwa 11 400 Euro beteiligen, egal für welches Pflaster sich die Stadt entscheidet."Die Murengasse ist die letzte Straße, die wir so ausbauen. Natursteinpflaster ist da Gesetz", sagt Berthold Steffes, Teamleiter des Bauamts. Das sieht Jürgen Weiler (CDU) anders: "Das ist eine reine Hinterhofgeschichte, dort stehen Mülleimer herum." Einen Ausbau mit Natursteinpflaster hält er nicht für gerechtfertigt. Stattdessen schlägt er eine Zwitter-Lösung vor: Betonsteine kombiniert mit einer Natursteinrinne. Steffes erinnert daran, dass auch die Straßen in der östlichen Altstadt einmal Hinterhofcharakter hatten und durch die Sanierung städtebaulich aufgewertet wurden. Marie-Luise Niewodniczanska (FDP) stimmt dem zu: "Wir sollten das ohne Wenn und Aber machen." Die Murengasse zähle zum absoluten Altstadtkern. Die horizontale Anordnung der Sträßchen gehe auf römische Zeiten zurück. Manfred Weber (Liste Streit) hält den Ausbau der Murengasse als Entree zur Stadt vor allem in Hinblick auf Rollstuhlfahrer oder Gehbehinderte, die vom Parkplatz Grüner See kommen, für besonders wichtig. Aber: "Das Mülleimer-Problem muss vorher gelöst werden." Willi Notte (Liste Streit) plädiert für einen gleichzeitigen Ausbau der Murengasse mit der Fußgängerzone. "Alles, was innerhalb der alten Mauer ist, ist als Einheit zu sehen." Das Thema wurde vertagt und soll nun zusammen mit der Fußgängerzone entschieden werden.Liebe Leser, Naturstein- oder Betonpflaster für die Murengasse, wie würden Sie entscheiden und warum? Ihre Meinung bitte in wenigen Sätzen an eifel-echo@volksfreund.de (Name und Wohnort nicht vergessen).Meinung

Zeit verspieltDass die Murengasse saniert werden muss - daran zweifelt wohl niemand. Nur über die Qualität des Materials und über den Zeitpunkt sind sich die Bauausschussmitglieder nicht einig. Ist ein Hinterhofsträßchen es wirklich wert, mit teurem Naturstein gepflastert zu werden oder reichen dort auch Steine aus Beton? Vielleicht wird aber auch andersherum ein Schuh draus. Wenn man der Murengasse ein schönes Pflaster gönnt, verschwindet der Hinterhof-Charme. Dann müssen aber auch die Mülltonnen weg. Löblich ist, dass die Mitglieder vom Bauausschuss die Kosten im Auge haben. Aber durch die Vertagung der Entscheidung verliert die Stadt wertvolle Zeit, ein hässliches Entlein in einen schönen Schwan zu verwandeln. s.glandien@t-online.de